Zusammen mit Chinas Behörden ging Alibaba im Jahr 2019 bereits gegen knapp 500 Hersteller gefälschter Produkte vor. Und die nächsten Schritte gegen Piraterie kündigt der oft für den Handel mit Fälschungen kritisierte Konzern bereits an.

Der chinesische Internet-Gigant Alibaba hat nach eigenen Angaben zwischen Januar und September 2019 erfolgreiche Aktionen gegen insgesamt 492 Fälscherringe in China unterstützt. Die Maßnahmen wurden in Kooperation mit chinesischen Strafverfolgungsbehörden durchgeführt; dabei seien fast 700 Verdächtige verhaftet worden. Diese Angaben machte Alibabas Senior Vice President Michael Yao aktuell bei einer Konferenz der Alibaba Anti-Counterfeiting Alliance (AACA).

Yao hob dabei insbesondere auch das starke Wachstum von Alibabas Antipiraterie-Allianz hervor. So sind mittlerweile 155 Mitglieder in der AACA, die zusammen 450 Marken aus zwölf unterschiedlichen Branchen repräsentieren. Die meisten Mitglieder kommen dabei inzwischen aus Europa (34 %), gefolgt von Nordamerika (31 %).

Um die gewerblichen Schutzrechte der AACA-Mitglieder zu verteidigen, setze Alibaba neben reaktiven Maßnahmen auch auf die proaktive Beobachtung von Angeboten. Dafür würden künstliche Intelligenz und andere hochentwickelte Technologien eingesetzt. „Wir haben bedeutende Fortschritte gemacht, und es wird noch viel mehr kommen“, so Yao. In den nächsten sechs Monaten soll beispielsweise ein AACA User Center live geschaltet werden. Mit diesem Onlineportal könnten Nutzer mit Alibabas IP-Schutz-Teams Kontakt aufnehmen, Hinweise auf potenzielle Fälschungen einreichen oder etwa Informationsmaterial abrufen.

Alibaba wird oft heftig dafür kritisiert, dass Fälscher die Handelsplattformen des Konzerns für den Vertrieb von Plagiaten nutzen würden. So wurde Alibaba auch mehrfach auf die Liste der Notorious Markets des US-Handelsbeauftragten (USTR) aufgeführt.

Quellen: Alizila/Alibaba Group, USTR