Großbritannien startet eine neue Informationskampagne zur Aufklärung über gefälschte Medikamente. Die zuständige Behörde berichtet zudem über Beschlagnahmungen und das Ausmaß des Online-Handels mit gefälschten Pharma-Produkten.

Die britische Zulassungs- und Aufsichtsbehörde für Arzneimittel, Medicines and Healthcare products Regulatory Agency (MHRA), warnt mit einer gezielten Kommunikationskampagne vor gefälschten Medikamenten. Die sogenannte #fakemeds-Kampagne soll etwa für die Gefahren nicht lizenzierter Medikamente sensibilisieren, die über das Internet gehandelt werden – aktuell mit einem Fokus auf Arzneimittel zur Behandlung von Erektionsstörungen.

Allein rund 3,5 Millionen unlizenzierte Erektionstabletten seien im letzten Jahr in Großbritannien beschlagnahmt worden, ihr Gesamtwert läge bei mehr als 10 Millionen Pfund (rund 10,8 Millionen Euro). Um die illegalen Arzneimittel sicherzustellen, bevor sie auf den Markt gelangen, kooperierten Einsatzteams der MHRA mit dem britischen Grenzschutz.

Mehr als die Hälfte aller online gekauften Medizinprodukte seien gefälscht oder nicht zugelassen, berichtet die MHRA weiter. Trotz legaler und frei verfügbarer Alternativen hätte jedoch jeder Zehnte in Großbritannien im letzten Jahr falsche Medikamente online gekauft. Die Behörde ruft Verbraucher dagegen dazu auf, Arzneimittel nur über vertrauenswürdige Onlineanbieter zu beziehen. „Jedes Medikament, das auf einer nicht registrierten Website gekauft wird, kann gefälscht sein und entspricht nicht den Qualitäts- und Sicherheitsstandards“, so Mark Jackson, Head of Enforcement bei der MHRA.

Die aktuelle #fakemeds-Kampagne der MHRA ist die dritte Auflage der fortlaufenden Informationskampagne in den letzten Jahren. Zuvor warnte die Behörde etwa vor den Risiken illegitimer Diättabletten, vor gefälschten Selbsttests für sexuell übertragbare Krankheiten sowie vor falschen HIV-Testkits. Die Kampagnen haben das Ziel, Verbraucher für die Risiken von Fälschungen zu sensibilisieren.

Quellen: MHRA, Securing Industry