US-Zollfahnder fangen gefälschte Autoteile im Wert von Millionen ab; in Leipzig stoppen Beamte zehntausende illegale Mode-Label. Europol nimmt Piraterie-Webseiten vom Netz, während italienische Behörden einen landesweiten Fälscherring sprengen.

Millionenschwere Lieferung mit Automotive-Plagiaten gestoppt
In Philadelphia fingen US-Zollbehörden eine Großsendung mit gefälschten Autoteilen ab und stellten Plagiate im Wert von umgerechnet etwa 1,5 Millionen Euro (ca. 1,8 Millionen US-Dollar) sicher. Die Warensendung aus China bestand aus gefälschten Radkappen, Kühlerfiguren und Kühlergrillen, die illegal das Markenlogo Mercedes-Benz trugen. Laut Behörde war die Lieferung unter anderem wegen Bedenken bezüglich ihres Ursprungs und der Qualität gestoppt worden, bevor sich der Fälschungsverdacht bestätigte.

Leipziger Zoll beschlagnahmt zehntausende gefälschte Markenlabel
Über 36.000 gefälschte Label und Aufkleber der Marke Nike zogen Zollbeamte am Flughafen Leipzig aus dem Verkehr. Bei den per Luftfrachtsendung aus Hong Kong eingeflogenen Labeln handelte es sich sämtlich um Fälschungen, wie mittlerweile durch den Rechteinhaber bestätigt wurde. Begleitet wurden die imitierten Markenlabel von über 50 Handtaschen- und Handyhüllenplagiaten verschiedener Hersteller; diese wurden ebenfalls beschlagnahmt.

Europol-Schlag gegen Fälschungen online
Im Rahmen der global angelegten Operation In Our Sites (IOS) ging Europol jetzt gegen Fälschungen und Raubkopien im Netz vor: Ermittler der Intellectual Property Crime Coordinated Coalition (IPC3) beschlagnahmten mehr als 33.600 Domains, die Pharmaplagiate, Raubkopien, Elektronik-Fälschungen und andere illegale Produkte verbreitet haben sollen – ein deutlicher Anstieg gegenüber den etwa 20.500 Domains im Vorjahr. Zudem wurden zwölf Verdächtige verhaftet und verschiedene Online-Zahlungsplattformen und Konten mit insgesamt über einer Million Euro eingefroren. Die Operation IOS ist eine durch Interpol unterstützte Kooperation aus IPC3, dem US National Intellectual Property Rights Coordination Center und lokalen Behörden aus 26 Ländern*.

Modefälscherring in Italien aufgeflogen
Mit landesweiten Razzien hoben italienische Behörden jetzt einen Modefälscherring aus; rund 10.000 nachgemachte Markenartikel sowie verschiedene Materialien zur Herstellung von Plagiaten wurden beschlagnahmt. Die Bande soll online mit Imitaten namhafter Markenhersteller gehandelt haben. Die Betrüger importierten die Fälschungen offenbar zum einen aus China, der Türkei und aus Vietnam, stellten wohl aber auch selbst im großen Stil Plagiate her – nach Medienberichten entstanden so in mehreren illegalen Produktionswerkstätten bis zu 160 Fälschungen pro Tag. Der Betrug war aufgeflogen, als die Finanzpolizei von Trient im April auf ein verdächtiges Online-Profil eines der Bandenmitglieder aufmerksam wurde. Insgesamt wurden in Verbindung mit dem Fälscherring 36 Personen angezeigt; fünf Verdächtige sind aktuell in Haft.

* Beteiligte Länder: Albanien, Belgien, Bulgarien, Bosnien und Herzegowina, China, Dänemark, Frankreich, Griechenland, Hong Kong-, Irland, Italien, Kolumbien, Niederlande, Österreich, Peru, Portugal, Republik Moldau, Rumänien, Serbien, Slowakei, Spanien, Südkorea, Tschechien, Ungarn, Ukraine, Vereinigtes Königreich, Vereinigte Staaten
Quellen: U.S. Customs and Border Protection (CBP), CBS Philly; Hauptzollamt Dresden; Europol; Südtirol News