Neuartige Etiketten zum Schutz vor Plagiaten kombinieren Radiofrequenz-Identifikation (RFID) mit der Blockchain-Technologie. Die von chinesischen Unternehmern entwickelte Lösung soll das Vertrauen der Verbraucher steigern, vor allem im Bereich der Babynahrung.

Walimali, ein chinesisches Start-up-Unternehmen, setzt jetzt Radiofrequenz-Identifikation (RFID) zusammen mit der Blockchain-Technologie ein, um gegen gefälschtes Milchpulver für Babys vorzugehen. Dazu kombinieren die Entwickler die zwei Technologien in speziellen Etiketten, die zur Sicherung von Produkten entlang der gesamten Lieferkette dienen und so einen umfassenden Schutz vor Fälschungen liefern sollen.

Die Arbeit des Unternehmens folgt dabei zwei Milchpulver-Skandalen, die die chinesische Bevölkerung schwer erschüttert und mehrere Todesfälle verursacht hatten (wir berichteten). Noch immer sollen es mehr als die Hälfte der chinesischen Konsumenten bevorzugen, Milchprodukte bekannter ausländischer Unternehmen zu kaufen, anstatt sich auf chinesische Produkte zu verlassen; zu diesem Ergebnis kam jüngst eine Kundenbefragung des Beratungsunternehmens McKinsey & Co.

„Unsere Antwort auf das Problem ist, Technologien anzuwenden, die es dem Kunden ermöglichen, entlang der gesamten Lieferkette Fälschungen von Originalprodukten zu unterscheiden”, so Alexander Busarov, Mitgründer und Geschäftsführer von Walimali.

Dazu setzt das Start-up auf RFID-Etiketten, die für jedes Produkt individuell gestaltet und entlang der Lieferkette immer wieder per Scan überprüft werden können. Hier spielt die Blockchain-Technologie, eine Art dezentraler Datenbank, die entscheidende Rolle: Bei jeder Überprüfung werden die Datenbankeinträge des Codes aktualisiert und die verknüpfte Blockchain erweitert.

Für Endkunden bietet sich die Möglichkeit, die Etiketten per Smartphone-App zu scannen um die Echtheit ihres Produkts zu verifizieren. Darüber hinaus kann das Etikett Aufschluss darüber geben, wo das Produkt hergestellt wurde, wie es zu konsumieren ist und welche Inhaltsstoffe es enthält. Auch seine Bewegungen entlang der Lieferkette kann der Kunde einsehen.

Auch andere Anbieter wollen innovative Lösungen mit der Blockchain-Technologie als Fälschungsschutz nutzen: So absolvierten beispielsweise vor kurzem australische Entwickler einen umfassenden Testlauf, bei dem sie eine Flasche Wein entlang ihrer globalen Lieferkette erfolgreich absicherten (wir berichteten).

Quellen: Securing Industry, Quartz