Produktpiraterie verursacht massive Verluste in zentralen Wirtschaftsbranchen in der EU, so eine Studie des EUIPO. Einige Bereiche weisen dabei eine besorgniserregende Zunahme an Einbußen auf, auch deutsche Wirtschaftszweige sind mit einem Anstieg konfrontiert.

Die europäische Wirtschaft erleidet durch Fälschungen und Markenpiraterie jährliche Umsatzverluste in Höhe vieler Milliarden Euro – allein durch die Analyse elf ausgewählter Branchen wird der wirtschaftliche Gesamtverlust auf rund 83 Milliarden Euro geschätzt, so der aktuelle Statusbericht über Verletzungen des geistigen Eigentums des EUIPO. Zusätzlich entgehen den EU-Mitgliedsstaaten dabei geschätzte 15 Milliarden Euro jährlich durch geringere Steuereinnahmen, und circa 671.000 Arbeitsplätze gehen verloren.

Die Analyse des EUIPO fokussiert elf Branchen, die stark von IP-Rechten und Verstößen dagegen betroffen sind. Dazu zählen etwa die Bereiche Kosmetik und Körperpflege, Weine und Spirituosen, pharmazeutische Erzeugnisse, sowie Spielwaren und Spiele. Für die elf analysierten Branchen schätzt die Studie einen Umsatzverlust von etwa 50 Milliarden Euro pro Jahr; zusammen mit Dominoeffekten in anderen Branchen ergibt sich dann der geschätzte jährliche Gesamtverlust von rund 83 Milliarden Euro.

Den stärksten Anstieg in der aktuellen Analyse verzeichnet die Kosmetik- und Körperpflegebranche: Mit einer Zunahme um mehr als 2,5 Milliarden Euro belaufen sich die direkten Umsatzverluste hier auf rund 9,6 Milliarden Euro pro Jahr. Dies entspricht Umsatzeinbußen von circa 14 Prozent. In Deutschland ist der Umsatzverlust der Kosmetikindustrie im letzten Jahr um 363 Millionen Euro angestiegen und beläuft sich auf rund 1,4 Milliarden Euro jährlich. Insgesamt sieht die Analyse allerdings einen leichten Rückgang bei den direkten Umsatzverlusten in den untersuchten Branchen, im Vergleich zur Schätzung im EUIPO-Statusbericht von 2018. Die am stärksten betroffenen Bereiche sind Bekleidung, Schuhe und Accessoires (circa 23,3 Milliarden Euro), Kosmetik und Körperpflege (circa 9,6 Milliarden Euro) und Arzneimittel (circa 6 Milliarden Euro).

Der aktuelle IP-Statusbericht analysiert auch die Gründe für den Kauf von Fälschungen auf Verbraucherseite. Hier betont die Studie unter anderem die Bedeutung öffentlichkeitswirksamer Aufklärungskampagnen, um Verbraucher über die Gefahren von Fälschungen zu informieren und die Nachfrage nach gefälschten Produkten zu senken.

Quelle: EUIPO