Knapp 15.000 Plagiate in Operation Motor Seguro beschlagnahmt
Beamte der portugiesischen Behörde für Lebensmittel- und Wirtschaftssicherheit (Autoridade de Segurança Alimentar e Económica, ASAE) führten kürzlich in Nord- und Zentralportugal mehrere Razzien gegen gefälschte Lkw-Teile durch. Die Maßnahmen fanden dabei unter dem Namen Operation Motor Seguro in den Orten Vila Nova de Gaia, Leiria und Lissabon statt. Unterstützt wurden die portugiesischen Fahnder von Experten des Europäischen Amts für Betrugsbekämpfung (OLAF), wie aus im Juni veröffentlichten Mitteilungen beider Behörden hervorgeht.
Insgesamt beschlagnahmten die Behörden dabei über 14.600 gefälschte und nachgemachte Kfz-Teile. Zu den sichergestellten Waren zählten Ölfilter und Kraftstofffilter, Luftfilter und Innenraumfilter, Lager, Ventile, Riemenspanner sowie Bremszylinder. Der Gesamtwert der sichergestellten Plagiate wird auf über 600.000 Euro geschätzt.
Beschlagnahmte Plagiate offenbar aus der Türkei
Nach Angaben von OLAF stand hinter den Funden eine Fälscher-Operation, die nachgemachte Lkw-Teile mehrerer bekannter Lkw-Marken in der Türkei hergestellt habe. Die europäischen Ermittler hätten dabei Informationen zur Verfügung gestellt, auf deren Grundlage die ASAE die Ermittlungen in Portugal aufgenommen habe. Die nun beschlagnahmten Fälschungen hätten die Marken namhafter Hersteller getragen und wären für Unternehmen wie Verbraucher kaum von Originalware zu unterscheiden gewesen.
Erfolgreiche Zusammenarbeit mit OLAF und Markeninhabern
Die portugiesischen Ermittler seien vor Ort sowohl durch OLAF wie auch von Vertretern der geschädigten Marken unterstützt worden. Die Experten der Markeninhaber halfen demnach bei der Identifizierung der Fälschungen.
OLAF-Generaldirektor Petr Klement betonte die Bedeutung des Falls: „Gefälschte Waren verursachen wirtschaftliche Verluste für Unternehmen und untergraben das Vertrauen von Verbrauchern; in diesem Fall stellten sie zudem ein erhebliches Risiko für die Sicherheit der Verbraucher dar.“ Jedes der beschlagnahmten Lkw-Teile hätte laut Klement zu schwerwiegenden Problemen an den Fahrzeugen, in denen es verwendet würde, sowie potenziell auch zu Verkehrsunfällen führen können.
Kfz-Teile bleiben im Fokus von Fälschern
Fälschungen von Autoteilen und Kfz-Ersatzteilen bleiben ein wiederkehrendes Thema – auch mit Blick auf sicherheitsrelevante Kfz-Teile. Im Hafen von Marseille beschlagnahmten französische Zollbeamte vor einiger Zeit rund 78.000 gefälschte Autoteile über den Zeitraum von etwas über einem Jahr. Einen Erfolg gegen gefälschte Autoteile und Accessoires verkündeten 2024 auch Internet‑Riese Amazon und die BMW Group, die in Spanien mit einem Zivilprozess gegen mehrere Händler gefälschter Produkte vorgingen.


