Google löschte im letzten Jahr über 10 Millionen Werbeanzeigen, die mutmaßlich geistiges Eigentum verletzten. Zudem nahm der Konzern mehr als 830 Millionen Websites aus seinem Werbenetzwerk. Das geht aus einem neuen Bericht des Suchmaschinen-Giganten hervor.

Google stellte jetzt in einem neuen Bericht seine Maßnahmen zum Schutz von geistigem Eigentum vor und veröffentlicht Zahlen zu den bearbeiteten Fällen von Online-Piraterie. Mehr als zehn Millionen Anzeigen lehnte Google demnach im letzten Jahr aufgrund von mutmaßlichen Rechtsverletzungen ab. Zudem habe das Unternehmen über 95% der rund 880 Millionen Websites, die 2017 von Rechteinhabern wegen Copyrightverstößen gemeldet wurden, aus seinem Werbenetz ausgeschlossen.

Laut dem Bericht How Google Fights Piracy verfolgt Google bei der Bekämpfung von Copyrightverstößen im Netz eine zweigleisige Strategie: Zum einen möchte der US-Konzern Piraten Geldquellen entziehen. Dazu löscht Google verdächtige Werbung aus seinem Netzwerk; zudem wird die Schaltung von Werbeanzeigen auf urheberrechtsverletzenden Websites gestoppt. Zum anderen will der Konzern für Nutzer Alternativen zu illegalen Inhalten schaffen.

Rechteinhabern gibt das Unternehmen die Möglichkeit, mutmaßliche Verstöße über ein Online-Formular zu melden. Daraufhin sollen seit 2011 rund drei Milliarden Internetadressen von der Suchmaschine entfernt worden sein. Für Rechteinhaber, die häufiger Verstöße anzuzeigen haben, bietet Google sein sogenanntes Trusted Copyright Removal Program (TCRP). Dessen 178 Programmpartner seien laut Unternehmen für den Großteil der eingehenden Hinweise verantwortlich.

Cedric Manara, Googles Head of Copyright, geht von einem hohen Wirkungsgrad dieser Anti-Piraterie-Maßnahmen aus: „Die Online-Piraterie ist weltweit zurückgegangen, während die Ausgaben für legitime Inhalte in allen Content-Kategorien steigen.“ Insgesamt tue Google „mehr als je zuvor, um Online-Piraterie zu bekämpfen“.

Kritiker des Unternehmens sehen Googles Erklärung zum Kampf gegen die Online-Piraterie in einem weniger rosigen Licht. Aktuell steht das Unternehmen beispielsweise in Australien unter Druck, mehr zum Urheberrechtsschutz beizutragen; jetzt soll eine neue Gesetzgebung Suchmaschinen wie Google stärker in die Verantwortung ziehen. Und nicht zu früh, so Graham Burke, Vorsitzender des Interessenverbands Creative Content Australia: „Die wissen, was sie tun. Sie wissen, dass sie Verbrechen ermöglichen und fördern, und es ist Zeit für sie, reinen Tisch zu machen.“

Quellen: Google Inc., News Corp Australia