Die Zahl beschlagnahmter Fälschungen explodierte in Italien während der Covid-19-Pandemie. Besorgniserregend ist vor allem der Anstieg der aus China stammenden Plagiate – ihre Zahl übersteigt bereits nach rund drei Quartalen das Ergebnis des Vorjahres bei Weitem.

Behörden in Italien betrachten eine rasante Entwicklung im Handel mit Fälschungen. Vor dem Hintergrund der weiter andauernden Coronavirus-Pandemie ist eine starke Zunahme von Plagiaten aus China bemerkenswert, die in den letzten Monaten beobachtet wurde. So beschlagnahmten Beamte der italienischen Guardia Finanza zwischen Januar und August 2021 bereits 32,6 Millionen gefälschte Produkte aus China, wie aus einem Bericht der renommierten italienischen Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore hervorgeht. Damit verdreifachte sich deren Anzahl in den ersten acht Monaten 2021 im Vergleich zum dem gesamten Vorjahr – für das ganze Jahr 2020 wird noch von rund 9,5 Millionen beschlagnahmten Produkten aus China berichtet.

Eine entsprechende Analyse der Guardia di Finanza verdeutlicht, dass chinesische Produkte auch längerfristig eine enorme Rolle im illegalen Handel einnehmen. Betrachtet man ungefähr die letzten zweieinhalb Jahre (von 2018 bis August 2021), so beschlagnahmten die Behörden insgesamt rund 1,1 Milliarden illegale Produkte, die Markenrechte oder Urheberrechte verletzten, gegen den Schutz der Bezeichnung Made in Italy verstießen oder Produktsicherheitsstandards nicht erfüllten – dabei stammt mit rund 547 Millionen Produkten rund die Hälfte dieser illegalen Waren aus China. Am häufigsten beschlagnahmt wurden illegale Konsumgüter (rund 42 Prozent der Beschlagnahmungen); dicht gefolgt von Spielwaren (rund 41,5 Prozent). Mit deutlichem Abstand folgen nachgeahmte Elektronik (rund 10,9 Prozent) sowie Bekleidung- und Modeartikel (rund 5,4 Prozent). Die Fälschungen würden dabei vor allem in Lagerhäusern beschlagnahmt (rund 74 Prozent); zudem würden circa 20 Prozent im Handel und weiter rund 5,6 Prozent beim Transport sichergestellt.

Den enormen Anstieg illegaler Waren wird unter anderem auf die Covid-19-Pandemie und die damit verbundene Rezession zurückgeführt, so ein Medienbericht. Grund seien somit auch die oftmals günstigeren Preise der illegalen Waren.

Eine Studie der OECD hatte Anfang des Jahres berichtet, dass die Coronavirus-Pandemie das Fälschungsproblem auch für Unternehmen aus der Schweiz weiter verschärft habe. Auch Unternehmen wie etwa der deutsche Automobil- und LKW-Hersteller Daimler berichteten kürzlich, dass sich der Handel mit Fälschungen ihrer Produkte aufgrund von Covid-19 weiter intensiviert habe.

Quelle: Il Sole 24 Ore