Forscher am Institut für Textil- und Verfahrenstechnik (ITV) haben nun eine neue Möglichkeit vorgestellt, um Garne eindeutig und fälschungssicher zu markieren. So sollen Produkte, in denen die Garne verwendet werden, effektiv vor illegalen Imitaten geschützt werden.

Den Forschern am baden-württembergischen ITV Denkendorf ist es durch chemische Funktionalisierung und ein spezielles Spulverfahren gelungen, sensorische Eigenschaften zum Plagiatsschutz direkt in Garne einzuarbeiten. Die Funktionalisierung ähnelt dabei einem Färbeverfahren, bei dem das Garn mit Lumineszenz-Pigmenten markiert wird. Durch das strukturierte Aufspulen des Garns auf einer Walze entstehen dann eindeutige Sequenzen in der Faser, die der Identifizierung dienen.

Die verwendeten Lumineszenz-Pigmente sind für das menschliche Auge unsichtbar, ihr individuelles Lichtspektrum kann jedoch mit einem Handspektrometer überprüft werden – zum Beispiel nach der Verarbeitung des Garns am späteren Nahtmuster. Durch die zusätzliche Beigabe von Mikro-Farbcode-Partikeln kann der Schutz vor Produktfälschungen gegebenenfalls weiter erhöht werden.

Die Markierungen sollen in der Funktion einem „unsichtbaren Barcode“ ähneln – Informationen wie Artikelnummern, Maschinenbezeichnungen oder Produktionsdaten könnten so im Garn flexibel dokumentiert werden. Auch hochmoderne Smart Textiles (intelligente Textilien wie zum Beispiel Sensorgarne) könnten auf diese Weise geschützt werden; dabei kommen statt Lumineszenz-Pigmenten dann Kupfer-, Aluminium- oder versilberte Glaspartikel zum Einsatz.

„An solcher fälschungssicheren Identifikation von Originalprodukten besteht seitens der Hersteller aus unterschiedlichen Wirtschaftsbereichen – vor allem denen technischer Textilien mit hohen Sicherheitsanforderungen – riesiges Interesse“, erklärt Christoph Riethmüller, Leiter Technologieintegration am ITV, den Forschungsansatz.

Die neu entwickelte Technologie soll künftig vor allem KMUs dabei helfen, ihre Produkte fälschungssicherer zu machen. Durch entsprechende Anpassungsmodule soll sie ohne großen Aufwand und mit relativ geringen Kosten integriert werden können.

Quellen: ITV, KE Next