Insgesamt rund 1,5 Millionen gefälschte Mercedes‑Benz‑Produkte seien letztes Jahr in Zusammenarbeit mit Behörden weltweit aus dem Verkehr gezogen worden. Die Plagiate seien in 793 Razzien und bei Zollkontrollen sichergestellt worden, wie der Stuttgarter Konzern kürzlich bekannt gab. Im Schnitt führten Strafverfolgungsbehörden sowie Gewerbeaufsichtsbeamte letztes Jahr also jeden Tag mehr als zwei Razzien gegen Produktfälschungen und Nachahmungen durch, die Rechte des Automobilherstellers verletzten.
Die Zahl der sichergestellten Fälschungen ist damit ungefähr ähnlich hoch wie im Vorjahr: Der Konzern meldete für 2023 noch rund 1,6 Millionen beschlagnahmte Fälschungen, auch für 2022 hatten die Stuttgarter von rund 1,6 Millionen Fälschungen gesprochen. Erneut zugenommen hat jedoch die Zahl der gemeldeten Razzien und Beschlagnahmungen: Hier sprach Mercedes‑Benz für 2022 noch lediglich von rund 620 Razzien. Diese Zahl stieg 2023 schon auf über 740, was bereits einem Anstieg von knapp 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht, und erreichte nun 793 Razzien im Jahr 2024.
//„Originale stehen für geprüfte Qualität. (…) Deshalb unterbinden wir in engem Schulterschluss mit den Behörden die Verbreitung von Fälschungen. Mit unserem breit angelegten Kampf gegen die Fälscherindustrie schützen wir Verkehrsteilnehmende vor schwerwiegenden Unfällen, bewahren Kundinnen und Kunden vor Täuschungen und stärken das Vertrauen in unsere Marke.“
Renata Jungo Brüngger, Vorstandsmitglied der Mercedes‑Benz Group AG für Integrität, Governance & Nachhaltigkeit
Wie auch schon in den Vorjahren standen auch 2024 erneut die Online‑Vertriebskanäle im Fokus der Markenschützer bei Mercedes‑Benz. Der bekannte Pkw‑Hersteller gibt an, dass im Jahr 2024 über 212.000 Angebote gefälschter Mercedes‑Benz‑Produkte und markenrechtsverletzende Inhalte gelöscht worden seien. Die Anzahl gelöschter Angebote und Inhalte ist dabei im letzten Jahr deutlich gestiegen. Im Jahr 2023 waren laut Konzernangaben noch lediglich rund 142.000 Angebote und Inhalte aus dem Web entfernt worden, für 2022 hatte Mercedes‑Benz von rund 155.000 gelöschten Angeboten und Inhalten berichtet. Laut dem Konzern nutzten Fälscher weiterhin zunehmend Vertriebswege über Online‑Plattformen und Social Media. Dabei würden sich die Fälscher auch die Anonymität im Internet zu Nutze machten und vom dezentralen Aufbau der Online‑Marktplätze profitieren.
Mercedes‑Benz setzt auch auf gezielte Kommunikationsmaßnahmen, um die Markenschutz‑Aktivitäten und die Zusammenarbeit mit Zoll‑ und Strafverfolgungsbehörden zu stärken. Der Konzern biete beispielswiese Trainingsveranstaltungen und Informationsmaterialien, um Zollbehörden und Dienstleister für Fälschungen zu sensibilisieren und im Kampf gegen Plagiate zu unterstützten.


