Laut einer neuen Studie des HABM kostet Produktpiraterie in der Bekleidungsindustrie europäische Unternehmen jährlich rund 10 % des Gesamtumsatzes – das entspricht einem Einnahmeverlust von mehr als 26 Milliarden Euro.

In der im Juli veröffentlichten Studie befasst sich das EU-Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (HABM) im Detail mit der Verletzung von Rechten des geistigen Eigentums im Bereich Bekleidung, Schuhe und Zubehör. Dabei stellte das HABM fest, dass der Bekleidungsindustrie in der EU als direkte Folge des ermittelten Schadens durch Produktpiraterie pro Jahr circa 363.000 Arbeitsplätze verlorengehen.

Werden die indirekten Auswirkungen auf Lieferanten in der Modeindustrie mit einberechnet, so entstehen der Branche EU-weit sogar Umsatzeinbußen in Höhe von 43,3 Milliarden Euro und rund 518.000 Arbeitsplätze werden zerstört. „Hat ein Bereich einen fälschungsbedingten Umsatzrückgang zu verzeichnen, wird dieser Bereich auch weniger Waren und Dienstleistungen bei seinen Lieferanten erwerben; dies führt zu Umsatzrückgängen und entsprechenden Beschäftigungseffekten in anderen Bereichen“, heißt es dazu im Bericht.

Auf Grund des verheerenden Ausmaßes von Produktpiraterie in der Modeindustrie sei die Studie sehr wichtig, erklärt António Campinos, Präsident des HABM: „Mit diesem Bericht können wir die wirtschaftliche Schadwirkung von Fälschung mit Zahlen belegen, und die Auswirkungen in Form von entgangenen Einnahmen und Verlust von Arbeitsplätzen in der Bekleidungs-, Schuh- und Zubehörindustrie auf EU-Ebene benennen. Diese Ergebnisse werden nicht nur den politischen Entscheidungsträgern in ihrer Arbeit helfen sondern auch dem Verbraucher dabei, bewusste Entscheidungen zu treffen.“

Die Umsatzeinbußen für Hersteller und Händler in Deutschland belaufen sich auf rund 3,5 Milliarden Euro, der vierthöchste Wert unter den EU-Staaten. Konkret entspricht dies einem Verlust von rund 40.000 Arbeitsplätzen beziehungsweise 52.000 bei Berücksichtigung der indirekten Folgen.

Die Analyse der Auswirkungen von Fälschungen in der Bekleidungsindustrie ist Teil einer Reihe von branchenspezifischen Studien, mit denen das HABM die Bedrohung durch Produkt- und Markenpiraterie erfassen möchte. Den Start machte dabei ein Bericht zu Schäden durch Fälschungen in der Kosmetikbranche (wir berichteten).

Quelle: HABM