Wissenschaftler der US-amerikanischen University of Notre Dame haben jetzt eine neue Methode entwickelt, mit der Medikamente in wenigen Minuten auf ihre Echtheit überprüft werden sollen. Das Besondere: der Test kostet nur einen US-Dollar und kann sogar von Laien durchgeführt werden.

Bei dem günstigen Schnelltest handelt es sich um ein Papierkärtchen, auf dem zwölf Indikator-Streifen aufgebracht sind. Wird ein Arzneimittel damit getestet, reagieren diese auf die verschiedenen Inhaltsstoffe des Medikaments und verfärben sich. Jedes Medikament weist dabei ein ganz bestimmtes Farbmuster auf; weicht das Testergebnis davon ab, handelt es sich bei der untersuchten Tablette vermutlich um eine Fälschung.

Neben den günstigen Herstellungskosten von ca. einem US-Dollar (rund 90 Cent) besteche der Schnelltest vor allem durch seine einfache Handhabung, so die Entwicklerin, Marya Lieberman. Um eine Tablette zu testen, müsse diese lediglich zerrieben und das so entstandene Pulver auf der Karte verstrichen werden. Im Anschluss müsse nur noch der untere Rand der Karte in Wasser gehalten werden. Dadurch werde die chemische Reaktion des Indikatorpapiers mit dem Medikament ausgelöst, die das individuelle Farbmuster zur Folge hat.

Bislang sollen rund 60 verschiedene Substanzen mit dem Schnelltest untersucht werden können. Hilfe bei der Auswertung liefern die Wissenschaftler der University of Notre Dame per E-Mail. Einsatz finden soll der Papier-Schnelltest in Apotheken; allen voran in Entwicklungsländern, in denen traditionelle Authentifizierungsinstrumente auf Grund ihres hohen Kostenfaktors von rund 30.000 US-Dollar (über 26.000 Euro) pro Gerät nicht in Frage kommen.

Angesichts der großen Anzahl an illegalen Arzneimittelangeboten, beispielsweise im Internet, kann der Schnelltest jedoch auch in Industriestaaten Verwendungen finden. Erst im Juni etwa konfiszierten Behördenvertreter aus über 100 Ländern unter der Schirmherrschaft von Interpol 12 Millionen Fälschungen medizinischer Produkte und nahmen über 5.000 illegale Arzneimittelshops vom Netz (wir berichteten).

Quellen: Pressetext, DocCheck