Österreich meldet einen erneuten, starken Anstieg beschlagnahmter Fälschungen, während Behörden in Deutschland und den USA gefälschte Mode bzw. Schutzmasken sicherstellen. Derweil kündigt China an, künftig stärker gegen Fälschungen vorzugehen.

Österreichs Zoll beschlagnahmt zehn Mal mehr Fälschungen
Der österreichische Zoll hat im Jahr 2019 zehnmal so viele Fälschungen aus dem Verkehr gezogen wie noch im Vorjahr; und das, obwohl sich die Anzahl der abgefangenen Sendungen ‚nur‘ verdreifacht habe. So wurden laut dem kürzlich veröffentlichten Produktpirateriebericht 2019 über 370.000 Produkte beschlagnahmt, mit einem Originalwert von mehr als 16 Millionen Euro. Neben Luxusgütern wie Uhren und Parfüms würden auch Konsumgüter wie Spielwaren und Kosmetik besonders häufig gestoppt. Einen rückläufigen Trend sehe man lediglich bei Medikamentenfälschungen, allerdings vor dem Hintergrund der Großaufgriffe im Jahr 2018, bei denen Pharma-Plagiate im Wert von 1,2 Millionen Euro beschlagnahmt worden waren.

Gefälschte Markensportschuhe in Hamburg gestoppt
Mehr als 1.300 gefälschte Designerschuhe beschlagnahmten Zollbeamte in Hamburg in einem aus China stammenden Seefrachtcontainer. Wie erst kürzlich bekannt wurde, fanden die Fahnder bereits Ende Februar die Plagiate, die zusammen mit einer Menge generischer Produkte verschifft worden waren. Angaben des Zolls zufolge handelte es sich dabei um Plagiate von insgesamt rund 400 verschiedenen Sportschuh-Modellen aus aktuellen Modekollektionen mehrerer bekannter Hersteller.

Tausende gefälschte Schutzmasken in den USA beschlagnahmt
Zollfahnder der amerikanischen U.S. Customs and Border Protection (CBP) beschlagnahmten Anfang April rund 2.000 gefälschte Einweg-Atemmasken der Marke 3M. In einem Zentrum für Expresssendungen in Cincinatti, Ohio stellten die Beamten die Plagiate im Wert von etwa 7.000 US-Dollar (rund 6.500 Euro) sicher. Die Masken waren an eine Privatadresse in Austin, Texas adressiert und stammten aus China. „Die CBP von Cincinnati kontrolliert Fracht aus der ganzen Welt,“ so Richard Gillespie, Cincinnati Port Director.

China verspricht schärferes Vorgehen gegen Fälschungen
China möchte laut einer aktuellen Ankündigung stärker gegen Fälscher und Markenrechtsverstöße vorgehen. Dies erklärte Gan Lin, Vice-Minister of the State Administration for Market Regulations, anlässlich des Welt-IP-Tags (World Intellectual Property Day) am 26. April 2020 in Peking. Die neuen Maßnahmen folgten auf verstärkte Schritte gegen regelwidrigen Handel vor dem Hintergrund der Covid-19-Pandemie; laut Gan beschlagnahmten Behörden bereits über 89 Millionen illegale Gesichtsmasken und mehr als 400.000 weitere minderwertige Schutzausrüstung. Geplant seien laut Gan unter anderem härtere Strafen für Personen, die absichtlich oder wiederholt Fälschungen produzieren oder verkaufen.

Quellen: Bundesministerium für Finanzen (Österreich), Die Presse; Hauptzollamt Hamburg; CBP; China Daily