Für Konsumenten stehen Originalhersteller oft auch in der Verantwortung, wenn es um Fälschungen geht – zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie. Jeder Fünfte würde sogar eine Marke boykottieren, falls sie unabsichtlich im Web eine Fälschung gekauft hätten.

Herstellern und Marken kann ein Boykott von Käufern drohen, falls diese unabsichtlich im Internet eine Fälschung eines ihrer Produkte kaufen. Zu diesem Ergebnis kommt aktuell eine Studie zum Online-Handel mit Kosmetik- und Pflegeprodukten, wie das Fachmagazin WTR berichtet. Für die Analyse wurden Konsumenten in Deutschland, Großbritannien, Spanien und den Vereinigten Staaten befragt.

Rund jeder fünfte Befragte gab demnach an, keine weiteren Produkte einer Marke mehr kaufen zu wollen, falls sie online unbewusst eine Fälschung gekauft hätten. Rund 16 Prozent würden die Originalhersteller sogar für das Ausmaß der online gehandelten Fälschungen verantwortlich machen. Überraschend erscheint vor diesem Hintergrund möglicherweise, dass ein unabsichtlicher Fälschungskauf nur für rund zwei Fünftel aller Konsumenten ein Weckruf wäre, um zukünftig nur noch über die offiziellen Webshops einer Marke einzukaufen.

Absichtlich gefälschte Kosmetik- oder Pflegeprodukt im Internet zu kaufen gaben insgesamt rund 19 Prozent der befragten Konsumenten an, so der Bericht. Besonders besorgniserregend ist, dass mehr als die Hälfte (rund 52 Prozent) dieser Konsumenten zudem behaupten, regelmäßig Fälschungen zu kaufen. In den Vereinigten Staaten liegt der Anteil an Konsumenten, die absichtlich gefälschte Kosmetika kauften, sogar bei mehr als einem Drittel (36 Prozent). Rund 34 Prozent der US-Konsumenten gaben zudem an, bereits Opfer online angebotener Plagiate geworden zu sein.

Das Bewusstsein für Fälschungen im Internet sei zwar generell hoch, so die Studie: rund 72 Prozent der Befragten gaben an, sich bewusst zu sein, dass online Plagiate angeboten werden. Jedoch scheinen den Konsumenten hilfreiche Informationen und Tipps zu fehlen – so seien ganze 57 Prozent unsicher, ob sie Anzeichen für Fälschungen erkennen würden. Dass zudem rund 65 Prozent angaben, in den letzten zwölf Monaten mehr Beauty- und Pflegeprodukte im Internet gekauft zu haben, könnte demnach die Absatzmöglichkeiten im Web für Fälscher erhöhen. Mehr als ein Fünftel (26 Prozent) der Befragten gehe davon aus, dass es sich bei Produkten auf offiziellen Online-Marktplätzen um Originale handeln müsse, während rund 40 Prozent immerhin noch einigen Online-Marktplätzen vertraue.

Ergebnisse der Konsumentenbefragung

In Anbetracht dieser Ergebnisse wird Unternehmen dringend geraten, rund um Fälschungen zu informieren und zu sensibilisieren – und Konsumenten zu zeigen, dass sie gegen Plagiate vorgehen. „Es ist eine positive Nachricht, dass Kosmetikmarken in den Schutz ihrer Produkte und ihrer Kunden investieren; und da so viele Verbraucher sich der Risiken nicht bewusst sind, die mit gefälschten Kosmetik- und Körperpflegeartikeln einhergehen, scheint es logisch, die Botschaft zu verbreiten, um das Bewusstsein dafür zu schärfen“, so Ignacio Muguiro, Branding Director bei Smart Protection.

Die Studie Counterfeits and brand abuse in the beauty and personal care industry wurde von dem Markenschutzunternehmen Smart Protection und dem Marktforschungsunternehmen Ipsos durchgeführt und kann online angefordert werden.

Quellen: World Trademark Review (WTR), Smart Protection/Ipsos