Über die Hälfte der deutschen Mittelständler wurde in den letzten fünf Jahren Opfer von Wirtschaftskriminalität. Die betroffenen Industrieunternehmen sorgen sich dabei vor allem auch um ihr geistiges Eigentum.

Rund 55 % der mittelständischen Unternehmen in Deutschland leiden unter Wirtschaftskriminalität. Betroffen sind dabei vor allem Industrieunternehmen, hier sind fast zwei von drei Firmen (60 %) in den letzten fünf Jahren Opfer von Kriminellen geworden. Das geht aus der neuen Studie „Kriminelle Risiken im Mittelstand“ hervor, die von der Result Group in Kooperation mit forsa und dem F.A.Z.-Institut erstellt wurde.

„Wir schätzen den Schaden, der jedes Jahr durch Diebstähle, Industriespionage und andere Delikte für Mittelständler entsteht, auf mehr als 20 Milliarden Euro“, erklärt Jürgen Kempf, Berater bei der Result Group. Im Fokus vor allem für Industriebetriebe steht dabei auch die Sorge um das eigene geistige Eigentum: Mehr als die Hälfte der Hersteller (51 %) geht von einer stärkeren Bedrohung durch Industriespionage in den nächsten zwei Jahren aus, viele (40 %) fürchten auch eine Zunahmen von Produktpiraterie. „Die Furcht um das geistige Eigentum steht immer mehr im Zentrum der Bedrohungsszenarien für die nahe Zukunft“, fasst Wolfram Herbig von der Result Group zusammen.

Die große Bedrohung der deutschen Unternehmen durch Produkt- und Markenpiraterie wurde ebenfalls jüngst in einer Studie des VDMA aufgezeigt: Demnach leiden bereits drei von vier Maschinenbau-Unternehmen in Deutschland unter illegalen Nachahmungen (wir berichteten). Auch die Studie „Piraterie-Bekämpfung als Wettbewerbsfaktor“ von Karg und Petersen bestätigt diesen Trend.

„Obwohl Mittelständler viele schützenswerte materielle ebenso wie immaterielle Güter haben, investieren sie wenig in systematische Sicherheitsprogramme. Das macht sie verwundbarer als Großkonzerne mit entsprechender Finanzdecke“, kommentiert Kempf die Ergebnisse der neuen Result-Group-Studie. Aber er sieht auch Licht am Ende des Tunnels: „Viele Unternehmen haben jedoch verstanden, dass Prävention zum Schutz vor Wirtschaftskriminalität unerlässlich ist.“

Quelle: Result Group