TikTok, Livestream-Plagiate, Razzien in Europa – Meldungen in aller Kürze

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TikTok: Neues IP-Schutzprogramm für TikTok Shop gestartet // UK: Riesige Razzia gegen Livestream-Fälscher auf TikTok-Shop // OLAF: Schmuggelroute für Hunderttausende gefälschter Kondome aufgedeckt // UK: Forschungsprojekt zu Umweltfolgen durch gefälschte Fußballtrikots // Europol: 138 Razzien in Aktion gegen Arzneimittel‑Fälscherring
TikTok: Neues IP-Schutzprogramm für TikTok Shop gestartet
TikTok hat mit TikTok Real ein neues IP-Schutzprogramm für den eigenen Online-Marktplatz TikTok Shop gestartet, das Marken und Rechteinhaber stärker einbinden soll. Kernstück sei ein neues Markenverifizierungsmodul im IP Protection Center; zudem würden Meldewege beschleunigt und die proaktive Erkennung verdächtiger Angebote ausgebaut. Aktuell nehmen rund 100 Marken teil, so TikTok in einer Meldung Anfang Mai. TikTok Real reiht sich damit in Anti-Fälschungs-Initiativen anderer Online-Marktplätze ein: So investiert Amazon in eigene Markenschutz-Programme und setzt auf KI, während kleinere Marktplätze teilweise weniger Möglichkeiten für Markeninhaber bieten. Stark befeuert wird die Diskussion um Online-Marktplätze aktuell auch dadurch, dass KI zu einem Boom bei Fälschungen führen könnte.

UK: Riesige Razzia gegen Livestream-Fälscher auf TikTok-Shop

Ermittler der britischen Polizeieinheit Police Intellectual Property Crime Unit (PIPCU) haben bei einer Razzia in einem Lagerhaus in Rotherham im Norden Englands Fälschungen und gestohlene Waren im Gesamtwert von mehr als 2 Millionen Pfund (ca. 2,3 Millionen Euro) beschlagnahmt und Anfang April insgesamt sechs Personen festgenommen. Die Verdächtigen sollen Fälschungen über TikTok-Shop-Livestreams verkauft haben, unterstützt durch ein Provisionsmodell für beteiligte Influencer. Allein die knapp 27.000 sichergestellten gefälschten Artikel, im Wert von geschätzt rund 1,16 Millionen Pfund (ca. 1,4 Millionen Euro), füllten vier 18-Tonnen-Lkw. „Diese Untersuchung zeigt, wie sich der Verkauf gefälschter Waren weiterentwickelt hat – weg von den traditionellen Marktständen hin zu modernen Apps und Online-Marktplätzen,“ so Detective Sergeant Jamie Kirk von der PIPCU.

OLAF: Schmuggelroute für Hunderttausende gefälschter Kondome aufgedeckt

Das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung OLAF hat eine grenzüberschreitende Schmuggelroute für gefälschte Kondome zum Vertrieb von mehr als 200.000 gefälschten Artikeln mit Namen und Logo einer bekannten Marke aufgedeckt, wie die Behörde Anfang Juli bekannt gab. Durch eine Analyse eigener Daten, öffentlich verfügbarer Informationen und Erkenntnissen von Beschlagnahmungen in Rumänien, Serbien und Spanien hatte OLAF in Zusammenarbeit mit chinesischen Behörden den Exporteur der Fälschungen in China ermittelt. Die nachgemachten Kondome wurden fälschlicherweise als Spielzeug deklariert und erfüllten EU-Gesundheits- bzw. Sicherheitsstandards nicht.

UK: Forschungsprojekt zu Umweltfolgen durch gefälschte Fußballtrikots

Die University of Portsmouth startet in Kooperation mit dem britischen Patentamt (UK IPO) ein Forschungsprojekt, um die Umweltfolgen von gefälschten und echten Fußballtrikots zu vergleichen. Im Fokus steht dabei auch der Beitrag von Plagiaten zur Belastung durch Mikroplastik und zur Textilmüll-Problematik, was nach Einschätzung der Forschenden bislang oft übersehen würde, wie Projektleiterin Dr. Kate Whitman erklärte. Ähnliche Umweltbedenken hatten zuvor auch bereits zu Kritik an Fast-Fashion-Plattformen wie Shein geführt. Die Ergebnisse des neuen Forschungsprojekts sollen in einen IPO-Bericht und eine wissenschaftliche Publikation einfließen.

Europol: 138 Razzien in Aktion gegen Arzneimittel-Fälscherring

Bei einer von Europol unterstützten Aktion durchsuchten Ermittler Mitte Mai insgesamt 138 Objekte in Bulgarien, Griechenland, Ungarn, Polen, Rumänien und Moldau und nahmen mindestens neun Verdächtige fest. Das mutmaßliche Fälschernetzwerk soll fast zwei Jahrzehnte lang illegale und gefälschte Arzneimittel und nicht zugelassene Nahrungsergänzungsmittel produziert und über manipulative Werbung an Betroffene von Krankheiten wie Diabetes oder Krebs vertrieben haben, so Europol. Die Fälscher sollen demzufolge für illegale Transaktionen in Höhe von mindestens 240 Millionen Euro verantwortlich sein.

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