Belgien: Zoll in Liège prüft 0,006 Prozent der Sendungen
Zollfahnder am Flughafen Lüttich (Liège Airport), Belgiens größtem Cargo‑Hub, stellten im vergangenen Jahr mehr als 25.000 Fälschungen sicher. Dabei konnten die Beamten allerdings lediglich 0,006 % aller Sendungen physisch kontrollieren, wie aus einer aktuellen Meldung hervorgeht. „Das reicht nicht aus, aber mehr können wir nicht tun,“ so Kristian Vanderwaeren, Leiter der belgischen Generalverwaltung für Zoll und Verbrauchsteuern. Hintergrund sind offenbar stark steigende Importe. Sichtbar wird das offenbar bei den Zollanmeldungen: 2024 bearbeitete der Lütticher Zoll über 1,3 Milliarden Dokumente, also rund 3,6 Millionen pro Tag – verglichen mit weniger als 400 Millionen im Jahr 2023. Etwa 20 % der außerhalb der EU online gekauften Waren gelangen über Lüttich in die Union.
Niederlande: Showroom für Mode‑Plagiate entdeckt
Bei einer gemeinsamen Kontrolle von Zoll, der Gemeinde Nimwegen und der niederländischen Arbeitsaufsicht wurden Anfang März in einem Industriegebiet in Nimwegen rund 11.000 gefälschte Markenartikel sichergestellt. Die Beamten entdeckten einen vollständig eingerichteten Showroom mit gefälschter Luxusmode sowie einen Seecontainer mit Dutzenden Kartons mit Plagiaten. Neben gefälschter Bekleidung, Schuhen und Accessoires, unter anderem der Marken Dior, Prada und Louis Vuitton, wurden in einer nahegelegenen Wohnung auch Betäubungsmittel sichergestellt. Der Fall wird nun von den Ermittlern des FIOD weiter untersucht.
Bayern: Zoll beschlagnahmt Tonnen an gefälschter Markenware
Bei der Kontrolle eines Lkws aus der Türkei stellten Fahnder des Zollamts Garching‑Hochbrück große Mengen gefälschter Bettwäsche sicher. Ein großer Teil der mehr als 15 Tonnen Wäsche umfassenden Sendung verletzte die Rechte von 47 bekannten Marken, wie die Behörden Ende Februar bekannt gaben. Auf der Wäsche waren Motive von Fußballvereinen sowie aus Kinderserien und ‑filmen. Fast alle der von den Beamten hinzugezogenen Markeninhaber bestätigten die Fälschungen. Zudem wurde ein Teil der übrigen Ware wegen fehlender Textilkennzeichnung zurückgehalten. „Dieser Aufgriff unterstreicht die Bedeutung einer konsequenten Kontrolle des internationalen Handels“, erklärte Thomas Meister, Pressesprecher des Hauptzollamts München.
🔎 Bei der Überprüfung eines LKW mit einer Ladung von über 15 t Bettwäsche aus der Türkei stellten Einsatzkräfte des Münchener Zolls fest, dass ein Großteil der Sendung gegen die Rechte von 47 bekannten Marken verstößt.https://t.co/HdBVxo0rex pic.twitter.com/ICYQ5oiZ4f
— Der Zoll (@zoll_info) February 24, 2026
Baden‑Württemberg: Zoll stopp Tausende Elektronik‑Parallelimporte
Beamte des Zollamts Donautal haben eine Sendung aus China mit über 2.100 Kopfhörern und Lautsprechern der Marke JBL sichergestellt, die ohne Zustimmung des Markeninhabers in die EU eingeführt werden sollten. Wie das Hauptzollamt Ulm Mitte März bekannt gab, wurde die Sendung bereits im Februar gestoppt, nachdem den Beamten Unstimmigkeiten in der Lieferkette aufgefallen waren. Die Waren, rund 750 Kopfhörer und 1.400 Lautsprecher, waren für einen Technikvertrieb im Landkreis Augsburg bestimmt. Der Vertreter des Markeninhabers bestätigte schließlich, dass es sich zwar um Originalprodukte handele, die jedoch ohne seine Zustimmung in die EU importiert worden seien. Während solche Parallelimporte (oft auch als Graumarktwaren bezeichnet) keine Fälschungen sind, ist ihr Import in die EU unzulässig. Laut Angaben der Behörden ist noch offen, ob die Waren nun vernichtet oder re‑exportiert werden.
🔎 Einsatzkräfte eines Zollamts fielen Unstimmigkeiten in der Lieferkette von Kopfhörern und Lautsprechern auf.
Der Verdacht auf Markenfälschung bestätigte sich nicht, jedoch teilte der Rechteinhaber mit, dass ein nicht genehmigter Parallelimport vorlag.https://t.co/SXwn98HY4E pic.twitter.com/BHBBHxu89X
— Der Zoll (@zoll_info) March 16, 2026
Europol: Arzneimittel im Wert von 33 Millionen Euro beschlagnahmt
Im Rahmen der Operation SHIELD VI haben Behörden aus 30 Ländern zwischen April und November 2025 gefälschte und missbräuchlich verwendete Arzneimittel sowie illegale Dopingmittel und Nahrungsergänzungsmittel im Wert von rund 33 Millionen Euro sichergestellt. Unter anderem wurden über 900 Ermittlungen eingeleitet, 43 kriminelle Organisationen untersucht und über 4.100 Inspektionen durchgeführt. Koordiniert wurde die Aktion von Europol, unterstützt unter anderem durch das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF), das Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO), die Grenzschutzagentur Frontex, INTERPOL sowie die Welt‑Anti‑Doping‑Agentur (WADA).


