Kennst du das? Du tippst eine Anweisung, einen sogenannten Prompt, in eine KI ein, wartest gespannt … und bekommst einen Text zurück, der klingt wie ein Werbeprospekt aus dem Jahr 1998. Willkommen in der Welt des schlechten Promptens! Wer KI sinnvoll nutzen möchte, kommt am Thema Prompt Engineering nicht vorbei. Aber was steckt eigentlich dahinter?
Was ist Prompt Engineering?
Prompt Engineering ist die Kunst, eine präzise und zielführende Anweisung – den Prompt – an eine KI zu formulieren, um ein qualitativ hochwertiges Ergebnis – den Output – zu erhalten. Prompt Engineering wird also zur Schlüsselkompetenz für alle, die mit KI gute Kommunikation entwickeln wollen. So kann man KI sinnvoll als Hilfsmittel einsetzen – fürs Brainstorming, Texten und Recherchieren – und hat somit mehr Zeit für andere kreative und strategische Aufgaben.
Ein guter Prompt ist dabei im Grunde ein Briefing, wie es normalerweise am Anfang eines jeden Kommunikationsjobs steht. Nur dass es nun eben an die „Kollegin“ KI gerichtet ist. Wer also gelernt hat, wie man Menschen brieft, Headlines formuliert oder Content zielgruppengerecht aufbereitet, bringt schon viel Know‑how mit, das für gutes Prompting wichtig ist.
Zwei Prompts, zwei Welten
Das wollten wir daher genauer wissen: Gelten beim Briefing einer KI dieselben Prinzipien wie beim Briefing eines menschlichen Texters? Also haben wir zwei Varianten ausprobiert – mit überraschend deutlichem Ergebnis.
Unsere erste Anfrage an die KI war:
„Schreibe mir einen Teaser für unseren Blog über Prompt Engineering.“
Die Antwort:
„Prompt Engineering ist ein spannendes Thema. Es geht darum, mit künstlicher Intelligenz bessere Ergebnisse zu erzielen. In unserem Blogartikel erfährst du mehr über dieses Thema und warum es wichtig ist. Lies jetzt den Artikel auf unserer Website.“
Bei der zweiten Anfrage haben wir uns etwas mehr Mühe gegeben:
„Schreibe einen Blog‑Teaser (max. 4 Sätze) für unsere Marketingagentur‑Website. Thema: Prompt Engineering als neue Schlüsselkompetenz in Kommunikation und Marketing. Zielgruppe: Kommunikationsprofis und Marketer, die sich für Zukunftstrends und KI‑gestützte Arbeitsweisen interessieren. Sprachstil & Tonalität: Persönlich, enthusiastisch und inspirierend – mit werblicher Ansprache, die Lust auf mehr macht. Der Text soll die Relevanz von Prompt Engineering greifbar machen und mit einem klaren Call‑to‑Action abschließen, der die Lesenden animiert, auf den Blogbeitrag zu klicken.“
Die Antwort:
„Prompt Engineering ist mehr als ein Buzzword – es ist die neue Basiskompetenz in Kommunikation und Marketing. Wer die KI richtig anleitet, spart Zeit und hebt die Qualität der Ergebnisse deutlich an. In unserem Blogartikel zeigen wir, warum kluges Prompten zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil wird. Entdecke jetzt, wie du mit smarten Prompts echten Impact erzeugst.“
Sicher sind wir uns einig, dass die zweite Version deutlich besser ist. Warum? Weil sie auf einem durchdachten Prompt basiert – einem, der alle relevanten Parameter berücksichtigt.
Was macht einen guten Prompt aus?
Ein guter Prompt ist also eine präzise Anleitung an die KI und enthält klare Informationen, wie der spätere Output aussehen soll. Dazu muss ich mir als „Briefender“ zunächst mal meine Gedanken machen, eine klare Vorstellung entwickeln und – jetzt kommt‘s – das Ganze auch noch auf den Punkt formulieren. Gar nicht so einfach …
Deshalb haben wir hier mal eine Checkliste zusammengestellt, was in einem guten Prompt nicht fehlen darf, um die Qualität des Text‑Outputs deutlich zu verbessern:
- Thema und Kontext benennen: Je mehr Hintergrundinformationen die KI bekommt, desto besser kann sie den Text auf den Punkt bringen.
- Zielgruppe definieren: Wer soll angesprochen werden? Je klarer die Zielgruppe beschrieben ist, desto passender gelingt der KI die Ansprache und die Wortwahl.
- Sprachstil und Tonalität festlegen: Soll der Text formell oder locker sein? Sachlich oder bildhaft? Emotional oder nüchtern?
- Struktur und Format angeben: Wie lang soll der Text sein? Welche Textsorte ist gewünscht (z. B. Teaser, Headline, Social‑Media‑Post)?
- Ziele und gewünschte Wirkung definieren: Was bezweckt der Text und was braucht er, um dieses Ziel zu erreichen? Besonders bei werblichen Texten kann zum Beispiel ein Call‑to‑Action wichtig sein: Was soll die Lesenden zum Handeln bewegen? Braucht es beispielsweise eine Aufforderung für einen Klick auf einen Button oder besondere Keywords im Text?
KI braucht kluge Köpfe
Mit einem richtigen Prompt ist also schon viel gewonnen, aber am Ziel ist man deswegen noch lange nicht. Denn auch das gehört zum guten Umgang mit KI: Der erste Output ist selten perfekt. Man kann – und sollte – der KI Feedback geben, den Output genau prüfen, bewerten und verfeinern. Und vielleicht den Prompt anpassen und erneut testen – das ist Teil des Prozesses.
Die KI denkt nicht für uns – sie denkt mit uns. Sie ist ein Werkzeug, das unsere Ideen verstärken kann, aber nicht ersetzt. Die Fähigkeit, Zielgruppen zu verstehen, das strategische Gespür, die kreative Denkarbeit und vor allem alles zu verbinden und auf den Punkt zu bringen, bleiben die Kompetenzen, die wir einbringen. Genauso wie die Fähigkeit, das zu beurteilen, was uns die KI liefert.
Unser Fazit
Früher waren Headlines eine Kernkompetenz, später wurde SEO zum Pflichtwerkzeug – heute ist Prompt Engineering eine neue Disziplin für Kommunikationsprofis und damit mehr als technische Spielerei.
Und eines ändert sich dabei nie: Gute Kommunikation braucht Menschen, die das Handwerk beherrschen. KI kann uns unterstützen, Routinen erleichtern und zu schnelleren Ergebnissen führen. Aber sie ersetzt nicht das strategische Verständnis, die kreative Haltung und die Klarheit der Gedanken, die man für die Entwicklung guter und wirkungsvoller Kommunikation braucht. Wie jede Kompetenz muss eben auch das Prompten erlernt werden – es braucht Übung, Erfahrung und das gute Gespür für Sprache, Zielgruppen und Wirkung, das man über die Zeit entwickelt.
Also: Prompt me if you can.





