OLAF und Behörden in Zentralamerika und Europa zerschlagen ein riesiges Fälscher-Netzwerk, das Rum-Plagiate in die EU einschleuste. Die Organisation agierte über mehrere Länder und Kontinente hinweg und soll Fälschungen im Millionenwert produziert haben.

Fahnder des Europäischen Amts für Betrugsbekämpfung (OLAF) sowie Ermittler aus Guatemala, Honduras, den Niederlanden und Spanien haben ein internationales kriminelles Netzwerk zerschlagen. Insgesamt wurden rund 340.000 Flaschen gefälschter Rum beschlagnahmt, der Wert der sichergestellten Plagiate liegt bei rund 4,5 Millionen Euro, so Behördenangaben.

Die international agierende kriminelle Organisation soll die gefälschten Spirituosen etwa in der Dominikanischen Republik produziert und nach dem Abfüllen und Etikettieren von Honduras und Guatemala aus in die Europäische Union versendet haben, wie die Behörden durch gemeinsame Ermittlungen feststellten. Gefälschte Etiketten stammten etwa aus China, Zielmarkt für die nachgemachten Alkoholika sei in erster Linie Spanien gewesen. In die EU gelangt seien die Plagiate hauptsächlich über die Niederlande, von wo aus sie nach Spanien weitertransportiert worden seien. Auf den gefälschten Etiketten seien illegal Markennamen verschiedener Hersteller verwendet worden.

Die Behörden ermittelten bereits mehrere Jahre in dem Fall. OLAF kooperierte in dieser Zeit unter anderem mit der spanischen Guardia Civil, die den Import nach Spanien aus nationaler Perspektive beobachtete. Schließlich beschlagnahmten die Behörden schon Ende 2019 und Anfang 2020 rund 225.000 Flaschen gefälschten Rums; 147.000 dieser Flaschen stammten aus einem Lager in den Niederlanden und waren für den Weitertransport nach Spanien vorgesehen. Weitere betroffene Länder wurden im Laufe der Ermittlungen hinzugezogen, was in mehreren Beschlagnahmungen und der Stilllegung einer illegalen Abfüllanlage resultierte. Während der Operation inspizierten die Beamten Hunderte verdächtige Sendungen, teilweise basierend auf Informationen der Behörden in Guatemala. Durch Hinweise von OLAF an die Behörden in Honduras wiederum konnten die lokalen Strafverfolgungsbehörden eine illegale Produktionsanlage für die verwendeten Flaschen ausheben. „Ich bin froh, dass OLAF mit seiner internationalen Erfahrung in einem Fall von solch grenzüberschreitender Dimension als Dreh- und Angelpunkt fungieren konnte – und das trotz der Coronavirus-Pandemie, die die üblichen Vor-Ort-Kontrollen und Meetings in einen Online-Austausch verwandelte“, so Ville Itälä, Director-General von OLAF

Bereits im vergangenen Jahr verbuchten OLAF und lateinamerikanischen Behörden massive Beschlagnahmungserfolge als Ergebnis einer intensivierten Partnerschaft zwischen Europa und Amerika im Kampf gegen Produktpiraterie.

Quellen: OLAF, Guardia Civil