In einer neuen Aktion unter der Schirmherrschaft von Interpol und Europol wurden weltweit knapp 10.000 Tonnen an illegalen und gefälschten Lebensmitteln konfisziert, darunter zahlreiche Alkoholika. Der Wert der sichergestellten Produkte liegt bei ca. 230 Millionen Euro.

Von Anfang Dezember 2016 bis Ende März 2017 nahmen unter dem Codenamen Opson VI Strafverfolgungsbehörden aus weltweit 61 Ländern* an einer Großaktion gegen den Handel mit illegalen und gefälschten Lebensmitteln teil. Während der von Interpol und Europol geleiteten Operation wurden rund 9.800 Tonnen gefälschter Nahrungsmittel sichergestellt – knapp am Rekordniveau der Vorjahresaktion Opson V (wir berichteten). Einen dramatischen Anstieg gab es jedoch bei gefälschten Getränken und Alkoholika: hier vervielfachte sich der Wert auf insgesamt circa 26,4 Millionen Liter (im Vorjahr noch rund 1 Million Liter).

Rund 50.000 Kontrollen führten nationale Behördenvertreter in Geschäften, auf Märkten, an Häfen und Flughäfen sowie in Industriegebieten durch. Auch in Deutschland wurden die Ermittler fündig: So stellten sie beispielsweise verfälschte Nussprodukte sicher, die anstatt Haselnüssen etwa Erdnüsse oder Cashewnüsse enthielten und ein erhebliches Gesundheitsrisiko für Allergiker darstellen können.

In Italien konnten die Fahnder rund 32.000 Flaschen gefälschtes Mineralwasser vom Markt nehmen, das ohne Berücksichtigung von Schutzbestimmungen hergestellt worden war und die Rechte einer bekannten Marke verletzte. In Dänemark stellten die örtlichen Behörden verunreinigtes, potenziell gesundheitsgefährdendes Olivenöl sicher und in Frankreich wurden rund 180.000 gefälschte Suppenbrühwürfel konfisziert.

Zudem wurden erhebliche Mengen an gefälschtem Alkohol vom Markt genommen: In Ruanda etwa wurde unter anderem gefälschter Whiskey und in Nigeria gefälschter Champagner sichergestellt. In Russland wurde eine Fälscherfabrik für Wodka gesprengt und in Italien konnte eine Fälscherbande hochgenommen werden, die in großem Stil Wein gepanscht hatte.

“Diese Aktion zeigt, dass Kriminelle jede Art von Lebensmitteln und Getränken fälschen, und solange sie Profit machen, keine Gedanken an die negativen Folgen für Verbraucher verschwenden. Obwohl jetzt tausende Fälschungen vom Markt genommen wurden, sollten Konsumenten daher beim Kauf weiterhin wachsam sein“, erklärt Françoise Dorcier, Koordinator von Interpols Illicit Goods and Global Health Programm.

Neben gefälschten Lebensmitteln konnten die an der Aktion beteiligten Behörden beispielsweise auch Rauschmittel sowie gefälschte Medikamente, etwa zur Behandlung von Krebs, Diabetes oder Aids, sicherstellen. Grund hierfür sei die Aufstellung der verantwortlichen kriminellen Gruppierungen, die zur Ausführung verschiedener Verbrechen dieselben Netzwerke verwenden. Daher sei auch das Aufdecken und Zerstören dieser Strukturen das erklärte Ziel von Opson VI. Mehrere Tatverdächtige wurden bereits verhaftet; die Ermittlungen dauern an.

* Beteiligte Länder bei Opson VI: Albanien, Argentinien, Äthiopien, Australien, Belgien, Bolivien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Burundi, China, Dänemark, Deutschland, Dominikanische Republik, Ecuador, Eritrea, Finnland, Frankreich, Griechenland, Indonesien, Irak, Irland, Island, Italien, Jordanien, Kenia, Kolumbien, Komoren, Kroatien, Lettland, Litauen, Marokko, Moldawien, Montenegro, Niederlande, Nigeria, Norwegen, Österreich, Peru, Polen, Portugal, Ruanda, Rumänien, Russland, Sambia, Schweiz, Seychellen, Spanien, Sudan, Südkorea, Tansania, Thailand, Togo, Tschechische Republik, Uganda, Ungarn, Uruguay, USA, Vereinigtes Königreich, Vietnam, Weißrussland, Zypern.
Knapp 10.000 Tonnen gefälschter Lebensmittel in neuer Interpol-Aktion Opson VI konfisziert Knapp 10.000 Tonnen gefälschter Lebensmittel in neuer Interpol-Aktion Opson VI konfisziert
Knapp 10.000 Tonnen gefälschter Lebensmittel in neuer Interpol-Aktion Opson VI konfisziert Knapp 10.000 Tonnen gefälschter Lebensmittel in neuer Interpol-Aktion Opson VI konfisziert
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Quellen: Europol, Interpol