In mehreren Aktionen zogen Fahnder jetzt jeweils Fälschungen im Millionenwert aus dem Verkehr, darunter Shampoo, Textilien, Zigaretten und Werkzeuge. Und eine Europol-Ermittlung sprengte einen komplexen Weinfälscher-Ring. Fünf spektakuläre Fälle in aller Kürze.

OLAF gelingt millionenschwerer Schlag gegen Shampoo-Fälscher
Das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) ermöglichte jetzt die Beschlagnahmung von über 400 Tonnen nachgemachten Shampoos. Die gefälschten Haarpflegeprodukte waren aus einer chinesischen Fabrik verschifft worden, kurz bevor diese von den lokalen Behörden hochgenommen worden war. Die Spezialisten von OLAF, die einen Import der Fälschungen in die EU befürchteten, verfolgten die Fälschungen auf ihrer Route – über mehrere Schiffe hinweg und durch mehrere Häfen in China, Korea, Mexiko und Kolumbien. Mit Unterstützung von OLAF und dem spanischen Zoll konnten kolumbianische und mexikanische Fahnder schließlich die Shampoo-Plagiate beschlagnahmen. Der Wert der Sendung, die gereicht hätte um mehrere Schwimmbecken zu füllen, wird auf rund fünf Millionen Euro geschätzt.

Europol-Aktion schützt deutschen Weinmarkt
Mit Unterstützung von Europol und deutschen Behörden nahmen italienische Carabinieri jetzt ein komplexes Weinfälscher-Netzwerk hoch. Die Fälscher hatten mutmaßlich mindestens 11.000 nachgemachte Flaschen Wein als angeblich hochwertigen IGT-Rotwein aus Florenz ausgegeben und vor allem in Belgien und Deutschland vertrieben. Als Tarnfirma wurde dabei ein eigenes Unternehmen eingesetzt, dass zur Täuschung auch Sportartikel online verkaufte. Die Behörden leiteten bereits im Februar 2017 eine Untersuchung ein, als bei einer Druckerei in Pistoia 4.500 nachgemachte Weinetiketten bestellt worden waren. Die Ermittlungen ergaben schließlich, dass gefälschte Etiketten auch aus China importiert wurden, während die nachgemachten Weinkartons direkt in Italien hergestellt worden waren.

Zoll stoppt millionenschwere Lieferung an Plagiaten
Fahnder vom Zollamt Suben-Autobahn fingen aktuell eine Lieferung mit Produktfälschungen namhafter Modehersteller ab, wie das deutsche Hauptzollamt Landshut im Februar bekannt gab. Bei den Plagiaten, die als Socken aus der Türkei deklariert waren, handelte es sich beispielsweise um T-Shirts, Hemden und Pullover hochpreisiger Marken. Eine Überprüfung durch die Markeninhaber bestätigte den Fälschungsverdacht. Der Wert der beschlagnahmten Nachahmungen wird auf rund 1,2 Million Euro geschätzt.

Nordirland: Fälschungshandel durch Paramilitärs zerschlagen
Ermittler im britischen Nordirland beschlagnahmten Ende Januar fast fünf Millionen Zigaretten sowie rund 695 kg Tabak in einer Aktion gegen loyalistisch orientierte paramilitärische Organisationen. Die beschlagnahmten Produkte, bei denen es sich um eine Mischung aus originalen und gefälschten Waren handelte, werden auf einen Wert von annähernd zwei Millionen Pfund (rund 2,3 Millionen Euro) geschätzt. Die Paramilitary Crime Task Force des Police Service of Northern Ireland (PSNI) hatte zuvor fünf Gewerbegebäude sowie einen Laden und eine Wohnung durchsucht.

Werkzeug-Plagiate im Millionenwert beschlagnahmt
In Italien stellten Fahnder der Guardia di Finanza in einer Lagerhalle rund 140.000 Werkzeugteile sicher, darunter vor allem Fälschungen der Schweizer Marke Swiss Kraft. Die Plagiate, darunter etwa Bohrmaschinen, Hammer und Alu-Koffer, wurden bei einer Razzia Mitte Februar in einem Gewerbegebiet in San Mauro Torinese in der Nähe von Turin gefunden. Der Wert der Plagiate wird auf rund 1,75 Millionen Euro geschätzt. Zuvor waren in einem Baumarkt in Turin gefälschte Werkzeuge aufgefallen; die folgenden Ermittlungen führten die Fahnder schließlich zu der Lagerhalle in San Mauro Torinese. Die Fälschungen waren mutmaßlich in China produziert worden, um dann über Belgien nach Europe verschifft und per LKW nach Turin geliefert zu werden.

Quellen: OLAF; Europol; Hauptzollamt Landshut; Irish News; Blick.ch