In aller Kürze: In Frankfurt ermitteln Behörden gegen Geschäfte in bester Lage. Spanien hebt Fabriken für gefälschte Medikamente aus. Deutsche Fahnder stoppen illegale Online-Shops und einen Transporter voller Plagiate. Und französischen Zollbeamten gelingt ein doppelter Schlag gegen Piraterie.

Nobel-Boutiquen unter Fälschungsverdacht
In Frankfurt am Main ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft gegen die Betreiberin von drei Boutiquen. Die Geschäfte in bester Lage in Frankfurts Innenstadt sowie in der Nähe des Frankfurter Flughafens sollen gefälschte Luxuswaren verkauft haben. Nach Angaben der Behörden wurden bereits 2016 große Mengen an Markenartikeln beschlagnahmt, die mittlerweile als gefälscht identifiziert wurden. Im Mai dieses Jahres stellten die Fahnder weitere 100 Kartons mit mutmaßlichen Fälschungen sicher. Die Beschuldigte soll hochpreisige gefälschte Handtaschen, Kleidung und Schuhe verkauft haben. Die angeblichen Outlet-Artikel wurden dabei nur geringfügig unter dem Originalpreis angeboten, so dass die Käufer keinen Verdacht geschöpft hätten. Die Polizei bittet jetzt mutmaßliche Opfer, sich zu melden.

Spanische Behörden nehmen Untergrund-Fabriken für Medikamente hoch
Mit der Unterstützung von Europols IP-Schutz-Einheit IPC3 haben Beamte der spanischen Policía Nacional Razzien gegen drei versteckte Labore durchgeführt, in denen illegale Medikamente hergestellt wurden. Neben tausenden Kartons voll illegaler und gefälschter Medikamente haben die Behörden auch größere Mengen Drogen sichergestellt, darunter Ecstasy (MDMA), LSD und Crystal. Die illegalen Präparate waren im Großraum Madrid sowie international über die Niederlande verkauft worden. Insgesamt durchsuchten die Behörden 15 Anwesen in Madrid, Valencia sowie Malaga und verhafteten 29 Personen.

Baden-Württemberg: Illegale Online-Apotheken aufgeflogen
Die Staatsanwaltschaft Tübingen und Zollfahnder aus Stuttgart beendeten das illegale Geschäft zweier Online-Apotheken, die illegale Medikamente, vor allem gefälschte Potenzmittel, an rund anderthalbtausend Kunden in Deutschland verkauft hatten. Betrieben wurde der Piraterie-Versand von einem Mann aus Moldawien mit Unterstützung von zwei Mittätern sowie seinen Eltern aus dem Raum Karlsruhe. Die elterliche Wohnung diente dabei als Zwischenlager für die Arzneimittel-Plagiate. Bei insgesamt fünf Durchsuchungen im Großraum Karlsruhe stellten Fahnder Ende Mai über 4.000 Tabletten sowie zahlreiche Unterlagen sicher.

Zollkontrolle stoppt Transporter voll mit Fälschungen
Bei einer Autobahnkontrolle haben Beamte des Hauptzollamts Dresden jetzt Fälschungen im Wert von ca. 360.000 Euro aus dem Verkehr gezogen. Auf der A4 in der Nähe der Stadt Görlitz kontrollierten die Fahnder einen aus Polen kommenden Kleintransporter, der angeblich auf dem Weg nach München war. Bei der Kontrolle stellten sie rund 160 Gürtel, 280 Paar Schuhe, 370 T-Shirts sowie knapp 80 Handtaschen von verschiedenen Marken als mutmaßlich gefälscht sicher.

Französischer Zoll feiert Erfolge gegen gefälschte Körperpflege-Artikel
Fahnder des französischen Zolls gingen jetzt mehrfach gegen illegale Hygiene-Produkte vor: Im Juni 2018 fingen die Beamten am Hafen der Insel Réunion über 100.000 gefälschte Zahnbürsten ab, die Schutzrechte des Konzerns Colgate-Palmolive verletzten. Die Plagiate, die potenziell gefährliche Mengen an Bisphenol enthielten, sollen nun zerstört werden. Zuvor hatten Zollbeamte in Marseille und Montpellier über 16.000 gefälschte Haarbürsten im Wert von mehr als 240.000 Euro beschlagnahmt. Die Produkte wurden sichergestellt, als die Beamten im März 2018 einen Container aus China kontrollierten und als sie im Mai 2018 Razzien bei lokalen Unternehmen durchführten.

Quellen: Frankfurter Rundschau, Hessenschau; Europol; Zollfahndungsamt Stuttgart; Hauptzollamt Dresden; Direction générale des douanes et droits indirects, Ministre de l’action et des comptes publics