In Texas gelingt Fahndern ein spektakulärer Erfolg; auch in Deutschland und Spanien vermelden Behörden große Beschlagnahmungen; vier Online-Händler, darunter Amazon und Alibaba, versprechen mehr gegen Fälschungen zu tun; und Forscher wollen Käse-Plagiate am Geruch erkennen. Unsere Nachrichten in aller Kürze.

USA: hunderttausende Fälschungen in Texas beschlagnahmt
Wie jetzt bekannt wurde konnten Behörden im texanischen Laredo im Mai und Juni große Mengen illegaler Waren abfangen. Mitte Juni hatten die Fahnder des U.S. Immigration and Customs Enforcements (ICE) Homeland Security Investigation (HSI) dazu in einer dreitägigen Überwachungsaktion mehrere Sendungen ermittelt, die alle an fiktive Lieferadressen adressiert waren. In der Folge konnten die HSI-Ermittler knapp 800 Boxen mit über 180.000 gefälschten Produkten beschlagnahmen. Bereits im Mai war der HSI ein Schlag gegen den gleichen Fälscherring gelungen; damals waren ihnen rund 80.000 Fälschungen ins Netz gegangen. Bei den beschlagnahmten Produkten handelt es sich um Textilien, Elektronik, Kosmetika und Schmuck, mit einem Warenwert von umgerechnet rund 50 Millionen Euro. Zu den zahlreichen verletzten Marken zählen etwa Adidas, Apple, Calvin Klein, Hugo Boss, LG, Samsung sowie Sony. Laut HSI wurden die Produkte aus China importiert und könnten sich auf dem Weg nach Mexiko befunden haben.

Zoll in NRW stoppt Piraterie-Importe aus der Türkei
Fahnder des Zollamts Düsseldorf Reisholz stellten eine große Sendung mit insgesamt ca. 60 kg gefälschter Waren sicher. Bei den Plagiaten, die auf dem Weg von der Türkei nach Deutschland waren, handelte es sich um gefälschte Textilien und Schuhe bekannter Marken. Misstrauisch wurden die Fahnder unter anderem auch durch den geringen angegebenen Wert: Die gesamte Postsendung mit zwei großen Säcken sollte angeblich nur 150 Euro gekostet haben.

Tausende gefälschte DFB-Trikots in Spanien beschlagnahmt
Fahnder des spanischen Zolls sowie der Guardia Civil haben in El Arenal auf der Insel Mallorca rund 6.000 gefälschte Trikots der deutschen Fußballnationalmannschaft sichergestellt. Die Nachahmungen, die noch während der Fußballweltmeisterschaft beschlagnahmt worden waren, hatten einen Marktwert von rund 180.000 Euro. Die Ermittlungen der Behörden begannen bereits Ende Mai, als sie einen Hinweis auf den Verkauf gefälschter Fußball-Artikel bei Palma de Mallorca erhielten. Die Fahnder konnten in der Folge das Warenlager identifizieren, in dem die Fälschungen aufbewahrt wurden. Neben den nachgemachten Trikots beschlagnahmten die Behörden auch weitere Artikel im Design und mit dem Wappen der deutschen Nationalmannschaft.

Alibaba, Amazon unterzeichnen Product Safety Pledge der EU
Alibaba, Amazon sowie eBay und Rakuten France haben eine freiwillige Selbstverpflichtung der Europäischen Kommission unterzeichnet. Im Rahmen des sogenannten Product Safety Pledge verpflichten sich die großen Online-Händler, mehr gegen gefährliche und gefälschte Produkte zu unternehmen, die von Dritten über ihre Plattformen verkauft werden. Zu den zwölf Maßnahmen, die die vier großen Internet-Händler umsetzen wollen, zählen ein schnelleres Reagieren auf Beschwerden (innerhalb von zwei Arbeitstagen bei Meldungen von Behörden und innerhalb von fünf Arbeitstagen bei Meldungen von Kunden) sowie eine bessere Information und Schulung der auf den Plattformen tätigen Verkäufer. Alle sechs Monate soll dabei der Fortschritt im Rahmen der Initiative untersucht und ein Bericht veröffentlicht werden. Die EU-Kommission hofft nun, dass sich weitere Firmen anschließen. „Auch andere Online-Marktplätze sollten sich der Initiative anschließen, damit das Internet für die Verbraucher in der EU sicherer wird,“ erklärte EU-Kommissarin Věra Jourová.

Forscher erkennen Käse-Fälschungen am Geruch
Ein neues Gerät unterscheidet gefälschten und echten Parmesan durch eine Analyse der sogenannten flüchtigen organischen Verbindungen, die der Käse abgibt. Das Forscherteam von der Universität Brescia, dem italinischem Institute of Biosciences and Bioresources sowie der Firma Nano Sensor Systems möchte so eine schnelle und innovative Authentifizierungsmethode bieten, die den untersuchten Käse nicht beeinträchtigt. Parmesan gilt als einer der bekanntesten und am häufigsten gefälschten Käsesorten; weltweit sollen 20 bis 40 Prozent der als Parmesan verkauften Käse gefälscht sein. Besonders anfällig sei der US-Markt: Während dort 2013 rund 100.000 Tonnen angeblicher Parmesan verkauft wurden, wurden nur 6.500 Tonnen Parmesan aus Italien in die USA exportiert. Die neue Authentifizierungstechnik, die 58 verschiedene Stoffe analysiert, kann echten italienischen Parmesan mit einer Verlässlichkeit von 80 Prozent von Käse unterscheiden, der in den USA oder Deutschland produziert wurde.

Quellen: U.S. Immigration and Customs Enforcements (ICE), Hauptzollamt Düsseldorf, Economia de Mallorca, Europäische Kommission, Securing Industry