Mit landesweiten Razzien gingen spanische Fahnder gegen eine Fälscherbande vor, die mit nachgemachten Markenweinen einen Profit von über 1,5 Millionen Euro gemacht haben soll. Auch Details zum Vorgehen der Fälscher wurden jetzt bekannt.

Ermittler der spanischen Guardia Civil beschlagnahmten bei sechs Razzien im Gebiet der Städte A Coruña, Madrid und Marbella im Rahmen der sogenannten Operation Tag Tausende illegal nachgemachter Weinetiketten sowie Material und Equipment zur Produktion von Fälschungen. Die Bande, die seit 2014 Tausende nachgemachte Flaschen von hochwertigen Weinen der Marken Pingus, Flor de Pingus und Vega Sicilia Único vertrieben haben soll, erzielte dabei einen mutmaßlichen Gewinn von mehr als 1,5 Millionen Euro. Mittlerweile wurden vier Verdächtige wegen Zugehörigkeit zu einer kriminellen Organisation, Verletzung geistigen Eigentums, Geldwäsche und Verbrechen gegen die öffentliche Gesundheit festgenommen; gegen vier weitere Personen wird derzeit noch ermittelt.

Nach Ermittlungserkenntnissen der Guardia Civil kauften die Fälscher günstigen Wein für oft unter 20 Euro die Flasche, um ihn dann als angeblichen Spitzenwein zu verkaufen – für bis zu ca. 1.900 Euro pro Flasche. Dabei habe die Fälscherbande unter anderem ein Nobelrestaurant im galizischen A Coruña genutzt; auch um in Weinverkostungen zu testen, welcher der günstigen Weine geschmacklich möglichst nah am Original ist und sich so gut für die Fälschungen verwenden lässt. Vertrieben wurden die nachgemachten Weine online über eine Webseite und ein Auktionsportal sowie über das Nobelrestaurant, das einem der Verdächtigen gehört.

Schließlich ließ der Hinweis eines aufmerksamen Kunden die Betrüger auffliegen: Ein dänischer Käufer hatte mehrere verdächtige Flaschen bei einem betroffenen Weingut gemeldet, das wiederum im Oktober die spanischen Behörden eingeschaltet hatte.

Quellen: Wine Spectator, El Correo