Laut einer neuen Umfrage des VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) ist Deutschland das zweitwichtigste Herkunftsland für Fälschungen in der Maschinenbau-Branche. Die Volksrepublik China zementierte unterdessen ihre zweifelhafte Führungsposition.

Deutschland ist wie schon in den Vorjahren an zweiter Stelle wenn es um die Produktion von illegalen Imitaten im Bereich des Maschinen- und Anlagenbaus geht. Das belegt eine aktuelle Umfrage des VDMA zum Thema Produktpiraterie unter seinen mehr als 3.100 Mitgliedsunternehmen. Insgesamt 24 Prozent und damit knapp ein Viertel der befragten Maschinen- und Anlagenbauer hatten demnach bereits mit Fälschungen aus der Bundesrepublik zu kämpfen.

„Wir dachten bisher, dass deutsche Unternehmen technische Bedienungsanleitungen oder Fotos unerlaubt kopieren“, sagte Steffen Zimmermann, zuständig für Produkt- und Know-how-Schutz beim VDMA. Tatsächlich würden mittlerweile jedoch auch viele deutsche Maschinenbauer illegale Kopien von Konkurrenzprodukten anfertigen.

Die Anzahl der aus China stammenden Fälschungen erreichte im Vergleich zur letzten Umfrage von 2014 (wir berichteten) ein erschreckendes Rekordniveau: Rund 83 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, bereits mit Fälschungen ihrer Produkte aus der Volksrepublik konfrontiert gewesen zu sein. Das entspricht einem Anstieg von elf Prozent.

Insgesamt sind rund 70 Prozent der befragten deutschen Maschinenbau-Unternehmen von Produkt- oder Markenpiraterie betroffen. Gerade die schwierige Lage auf dem internationalen Markt mache vielen zu schaffen. Zahlreiche VDMA-Mitglieder klagen beispielsweise über Händler, die Ihre Plagiate trotz rechtskräftiger Urteile mit nur geringfügigen Änderungen weiterhin verkaufen können, so Zimmermann weiter. Der jährliche Schaden, der den deutschen Unternehmen durch Piraterie verursacht wird, sei zwar von 7,9 Milliarden Euro auf 7,3 Milliarden Euro zurückgegangen, verkleinert habe sich das Problem dadurch jedoch nicht.

Um die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer vor den Negativfolgen von Piraterie zu schützen, bietet der VDMA jetzt mit einem Leitfaden zum Thema „Produkt und Know-how-Schutz“ Unternehmen die Gelegenheit, sich über verschiedene Anti-Piraterie-Maßnahmen zu informieren.

Quellen: VDMA, Stuttgarter Nachrichten