In einem der bislang größten Einzelfunde von Elektronik-Fälschungen in Deutschland hat das Zollfahndungsamt Frankfurt am Main jetzt 18 Paletten mit illegaler Ware sichergestellt. Die Plagiate verstoßen gegen das Marken- und Designrecht sowie das Produktsicherheitsgesetz.

Die insgesamt rund 60.000 gefälschten Artikel hatten Zollfahnder in den Räumlichkeiten eines Frankfurter Unternehmens entdeckt. Darunter fanden sich vor allem illegal nachgeahmte Zubehör-Artikel für Smartphones wie etwa Kopfhörer, Hüllen, Akkus und Speicherkarten. Zudem beschlagnahmten die Ermittler gefälschte Controller für Spielekonsolen, Kabel und Stecker-Sets sowie zahlreiche MP3-Player.

„Das ist eine der größten Einzelsicherstellungen von gefälschten Produkten aus dem Handyzubehörbereich in Deutschland“, erklärt Hans-Jürgen Schmidt, Sprecher des Zollfahndungsamts Frankfurt am Main. Nach bisherigem Kenntnisstand der Zollfahnder sollen die Imitate vor allem aus China stammen.

Das Frankfurter Unternehmen habe die gefälschten Elektronikartikel hauptsächlich über das Internet vertrieben. Zu den Kunden gehörten dabei sowohl Endverbraucher als auch andere Händler. Den Originalherstellern sei dabei erheblicher wirtschaftlichen Schaden entstanden, zudem befürchten die Zollbeamten eine Rufschädigung der Hersteller durch die qualitativ minderwertigen Fälschungen. Als besonders schwerwiegend sehen die Fahnder des Zolls zudem die Verstöße gegen das Produktsicherheitsgesetz an. „[Die Fälschungen] erfüllen insbesondere die bei elektronischen Artikeln erforderlichen Sicherheitsstandards nicht und stellen so eine Gefahr für die Verbraucher dar“, so Schmidt.

Mit gefälschten Prüfsiegeln hatten die Fälscher versucht, über die minderwertige Qualität ihrer Produkte hinwegzutäuschen und Kunden in die Irre zu führen. Tatsächlich sind jedoch beispielsweise die gefälschten Speicherkarten unbrauchbar und würden zum Datenverlust für den Nutzer führen. Bei den Akkuplagiaten besteht sogar ein beträchtliches Gesundheitsrisiko, da sie unter Umständen gefährliche Substanzen absondern oder im Gerät explodieren können.

Nach Sicherstellung der Fälschungen ermitteln die Behörden jetzt gegen den 35-jährigen Gesellschafter des Unternehmens sowie den 27-jährigen Geschäftsführer.




© Zollfahndungsamt Frankfurt am Main

Quelle: zoll.de