Amazon gibt Einblick in die Arbeit seiner Anti‑Fälschungs‑Einheit

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Der E-Commerce-Riese gewährt einen Blick hinter die Kulissen seiner Counterfeit Crimes Unit: Ein neues Video und ein Beitrag im Fachmagazin WTR zeigen die Arbeit der Markenschutzexperten – und verdeutlichen, wie wichtig Kommunikation im Kampf gegen Piraterie ist.

Eine aufmerksamkeitserregende Aktion gegen gefälschte Autoteile steht im Fokus beim neuen Anti-Fälschungs-Video, das der US-amerikanische Onlinehändler Amazon Ende Oktober veröffentlichte. Der Clip zeigt, wie Markenschutz-Experten des Konzerns zusammen mit Ermittlern der US Homeland Security Investigations (HSI) und dem Los Angeles County Sheriff’s Department die Wohnung und ein Warenlager eines mutmaßlichen Fälschers in Kalifornien durchsuchen. Dabei stellten sie laut Amazon über 10.000 gefälschte Kühlergrills sicher, im geschätzten Wert von rund 1,2 Millionen Dollar (ca. 1,1 Millionen Euro). Ausschlaggebend für die erfolgreiche Razzia seien Informationen von Amazon gewesen.

„Wir hoffen, dass dieses Video den Zuschauern vor Augen führt, dass Fälschungen kein Verbrechen ohne Opfer sind“, kommentierte Kebharu Smith, Direktor von Amazons Counterfeit Crimes Unit (CCU). Er fügte hinzu: „Oft sind diese Kriminellen mit anderen ruchlosen Aktivitäten verbunden, wie Menschenhandel, Identitätsbetrug und Geldwäsche.“

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Mehr Details zur Markenschutz-Arbeit von Amazon teilte Smith in einem ausführlichen Beitrag mit dem Fachmagazin WTR. Viele der Mitarbeiter in seinem Team hätten demnach zuvor bereits Erfahrungen gesammelt mit der Arbeit in der Strafverfolgung. Nun gingen sie in der CCU gegen mutmaßliche Übeltäter vor, derzeit in den Vereinigten Staaten sowie in Kanada, China, Deutschland und Italien. Auch in weiteren Ländern möchte die CCU zukünftig verstärkt aktiv werden.

Die Ergebnisse würden für sich selbst sprechen: Wie auch in Amazons jährlichen Brand Protection Report für 2021 veröffentlicht wurde, habe der Konzern im Jahr 2021 über 900 Millionen US-Dollar (rund 855 Millionen Euro) in Markenschutzmaßnahmen investiert. Insgesamt seien 2021 mehr als 3 Millionen Fälschungen und Plagiate aus dem Verkehr gezogen worden. Zudem hätten die Brand-Protection-Experten der CCU rund 600 Hinweise für strafrechtliche Ermittlungen an die Behörden in der EU, den USA, dem Vereinigten Königreich und in China gemeldet, und Amazon habe in den USA Zivilklagen gegen mehr als 170 mutmaßliche Fälscher eingereicht.

// „Wenn wir einmal Strafverfolgungsmaßnahmen gegen diese Übeltäter ergriffen haben, geben wir in Zusammenarbeit mit den Markenherstellern Pressemitteilungen heraus, um Übeltätern, Marken und anderen Stakeholdern zu zeigen, dass Amazon kein sicherer Hafen für Fälscher ist und dass Übeltäter zur Verantwortung gezogen werden.“
Kebharu Smith, Direktor, Amazon Counterfeit Crimes Unit (CCU)

Zentral für den Erfolg der CCU ist dabei laut Smith die Zusammenarbeit von Markenherstellern, Behörden und E-Commerce. „Marken und Rechteinhaber kennen ihr geistiges Eigentum am besten, daher arbeiten wir im Rahmen unserer Ermittlungen eng mit ihnen zusammen“, so Smith laut WTR. Zudem würde die CCU mit wertvollen Daten arbeiten, die von Amazon selbst kommen. Diese internen Daten würden helfen, das Vorgehen von Fälschern zu analysieren und so mit ihnen Schritt zu halten. Neben dem direkten Vorgehen gegen Piraterie unterstreicht Smith zudem die Bedeutung von Markenschutz‑Kommunikation.

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