Mit gefälschten Smartphones sollen zwei Studenten das Technologieunternehmen Apple um hunderttausende Euro geprellt haben. Die Betrüger hatten nachgemachte iPhones bei Apple reklamiert – und dafür vom US-Konzern Originalware zurückbekommen.

Wie jetzt bekannt wurde soll der amerikanische IT-Hersteller Apple tausende gefälschter iPhones nicht als Plagiate erkannt und sie durch Original-Smartphones ersetzt haben. Zwei Studenten in Oregon konnten sich so Smartphones im Wert von hunderttausenden Euro erschwindeln. Die beiden hatten dazu nachgemachte iPhones aus China importiert und als angeblich fehlerhafte Originalware zum Austausch bei Apple eingereicht. Das Unternehmen soll den Betrügern insgesamt Originale im Wert von ca. 800.000 Euro (etwa 900.000 US-Dollar) ausgehändigt haben.

Als Grund für die angeblichen Reklamationen gaben die Studenten offenbar an, dass sich die Geräte nicht mehr einschalten ließen. Fast die Hälfte der mehr als 3.000 eingereichten Fälschungen wurden daraufhin von Apple mit originalen iPhones ersetzt. Die so ergaunerten Austauschgeräte wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft anschließend anschließend ins Ausland geschickt und dort als Originalware weiterverkauft.

Um den Import von Fälschungen aus China zu verschleiern, bezahlte zumindest einer der Beschuldigten nach eigenen Angaben Freunde und Familie in den USA für die Verwendung derer Adressen. Die gefälschten Smartphones reichte er offenbar teilweise persönlich zum Austausch ein; in anderen Fällen stellte er Garantieanträge über Apples Online-Support und schickte die Plagiate ein.

Nach Angaben eines Apple-Vertreters werden zur Reparatur eingereichte iPhones üblicherweise durch einen Techniker auf ihre Echtheit überprüft. Bei Fälschungen und unbefugt veränderten iPhones lehnt Apple demnach Garantieansprüche ab und sendet die Produkte mit einer entsprechenden Stellungnahme an den Absender zurück. In einer eidesstattlichen Versicherung bestritt einer der beiden Angeklagten, jemals eine solche Erklärung von Apple erhalten zu haben.

Aufgeflogen war der Schwindel, nachdem US-Zollfahnder im April 2017 mehrere Warensendungen mit gefälschten Smartphones aus China abgefangen hatten. US-Bundesermittler in Portland begannen daraufhin eine Untersuchung. Bei einer anschließenden Razzia am Wohnsitz eines der beiden Beschuldigten konnten mehr als 300 nachgemachte iPhones sowie Versand- und Garantieunterlagen sichergestellt werden. Jetzt müssen sich die beiden Männer vor Gericht verantworten.

Quellen: The Oregonian, New York Times