Laut einer aktuellen Studie des EUIPO kosten Produkte mit gefälschten Herkunftsangaben die EU jährlich rund 4,3 Milliarden Euro. Das entspricht in etwa neun Prozent der Gesamtproduktion herkunftsgeschützter Produkte in der EU. Auch deutsche Hersteller sind von den illegalen Imitaten betroffen.

Mit Einbußen in Höhe von knapp 600 Millionen Euro pro Jahr befindet sich Deutschland an unerfreulicher dritter Stelle unter den von gefälschten Herkunftsangaben betroffenen EU-Staaten. Angeführt wird die Liste von Frankreich mit circa 1.570 Millionen Euro finanziellem Schaden und Italien mit rund 680 Millionen Euro. Das ermittelte das Amt der Europäischen Union für Geistiges Eigentum (EUIPO, vormals Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt) in einer neuen Studie rund um die Auswirkungen von Produkt- und Markenpiraterie in der Europäischen Union.

In etwa 42 Prozent der Fälle handelt es sich bei den Fälschungen um Imitationen herkunftsgeschützter Produkte, in rund 38 Prozent um Waren mit irreführenden Etiketten und Herkunftsinformationen und in circa 21 Prozent um Produkte aus der Originalregion, die jedoch nicht den hohen Standards, die mit der Herkunftsangabe verbunden sind, entsprechen.

In der EU können beispielsweise Weine, Spirituosen sowie diverse landwirtschaftliche Erzeugnisse zu den von geografischen Herkunftsangaben geschützten Produkten zählen. Die Herkunftsangaben geben dem Verbraucher dabei Auskunft darüber, wo ein Produkt hergestellt oder verarbeitet wurde und zeichnet besondere Eigenschaften oder Qualitäten aus, die auf den Ursprungsort zurückzuführen sind.

Bedeutende Herkunftsangaben in der EU sind beispielsweise Bayerisches Bier, Champagner, Cognac, Grana Padano, Scotch Whisky und Parma-Schinken. Besonders Fälschungen von Weinen und Spirituosen sorgen bei EU-Herstellern für erheblichen finanziellen Schaden, gefolgt von Käse und Fleischprodukten.

Quelle: EUIPO