In Westfalen geht ein Verkäufer von Plagiaten straffrei aus, während in den USA ein Mann vor Gericht den Handel mit tausenden gefälschten Automotive-Teilen gesteht. An der kanadischen Grenze, in China und in England melden Fahnder große Beschlagnahmungen.

Hagen: Keine Strafe für Versandhändler von Fälschungen
Vor dem Amtsgericht Hagen wurde aktuell ein Strafverfahren gegen einen Versandhändler eingestellt, der unter anderem gefälschte Mode- und Hygieneartikel sowie Parfümplagiate auf eBay verkauft hatte. Medienberichten zufolge hatte der Mann hochwertige Nachahmungen über Geschäftskontakte im Ausland bezogen – etwa in Hongkong oder Ungarn. Vor Gericht konnte der Beschuldigte allerdings offenbar glaubhaft darstellen, dass er von den Fälschungen selbst getäuscht worden sei und diese nur unwissentlich weiterverkauft habe. „Da haben Sie jetzt aber großes Glück gehabt“, so die Amtsrichterin gegenüber dem Angeklagten.

Georgia: Mann gesteht Handel mit gefälschten Automobilteilen
Ein amerikanischer Automotive-Händler gab jetzt vor Gericht zu, tausende gefälschte Automobilteile aus China importiert und in den USA weiterverkauft zu haben. Der Mann hatte in seinem Laden sowie online auf eBay unter anderem Reifen, Felgen und Radkappen verkauft, die illegal die Marken namhafter Hersteller wie etwa Cadillac, Ford und GMC trugen. Allein im Zeitraum von April bis August 2017 soll der Betrüger so einen geschätzten Umsatz von über einer halben Million Euro (ca. 590.000 US-Dollar) erzielt haben. Ihm drohen jetzt bis zu zehn Jahre Haft.

US-Zollbehörden fangen containerweise Elektronikfälschungen ab
Wie Mitte April bekannt wurde stoppten US-Zollfahnder in International Falls an der kanadischen Grenze drei Bahncontainer mit gefälschten Elektronik-Artikeln im Wert von rund 650.000 Euro (ca. 715.000 US-Dollar). Nach Angaben der U.S. Customs and Border Protection wurden unter anderem nachgemachte Verstärker und Werbetafeln beschlagnahmt sowie mehr als 600 Kartons mit Ohrhörern und Kabeln. Der Handel mit Fälschungen in Kanada sorgte im Mai 2018 für Aufsehen, als die Vereinigten Staaten das Nachbarland Kanada zu ihrer Watchlist von Ländern hinzufügten, die IP-Rechte nicht in ausreichendem Maß schützen – neben anderen Ländern wie etwa China.

Chinas Polizei nimmt 27 Millionen Euro schweren Lego-Fälscherring hoch
Im südchinesischen Shenzhen gingen Polizeibeamte Ende April gegen die lokalen Marke Lepin vor, die gefälschte Lego-Bausteine im Wert von ca. 200 Millionen Yuan (knapp 27 Millionen Euro) in Umlauf gebracht haben soll. „Im Oktober 2018 stellte die Shanghaier Polizei fest, dass die auf dem Markt erhältlichen Lepin-Bausteine denjenigen von Lego sehr ähnlich sind,“ so eine Mitteilung der Polizei Shanghai. In der aktuellen Razzia stellten die Beamten schließlich über 90 Produktionsformen und rund 630.000 Produkte sicher. Mutmaßlich haben die Fälscher von Lego entwickelte Bausätze samt Anleitung kopiert und nachgemachte Sets zu deutlich günstigeren Preisen in ganz China verkauft. Bilder, die von den Behörden auf Weibo veröffentlicht wurden, zeigen Verpackungen, die den original Lego-Produkten sehr ähnlich sehen; ein Star-Wars-Set wurde beispielsweise als „Star Plan“ betitelt, Sets der Reihe Ninjago etwa als „Ninjasaga“.

Hunderte Mode-Plagiate in Newcastle beschlagnahmt
Bei einer Razzia eines Ladengeschäfts in Newcastle sicherten Beamte des Trading Standards Service jetzt hunderte mutmaßliche Modefälschungen namhafter Hersteller. Betroffen waren neben dem US-Hersteller Nike beispielsweise auch der deutsche Textilkonzern Hugo Boss. Der Marktwert der beschlagnahmten Artikel wird auf rund 30.000 Euro (etwa 25.000 Pfund) geschätzt. Die Ermittlungen in dem Fall laufen aktuell weiter.

Quellen: Westfalenpost; IPPro Magazin, Securing Industry; U.S. Customs and Border Protection; Xinhua, Channel News Asia, RP Online; The Chronicle