Eine neue Studie zeigt jetzt, wie stark Volkswirtschaften aus dem asiatisch-pazifischen Raum illegalen Handel ermöglichen. Eines der überraschenden Ergebnisse: Hongkong, oft als Herkunftsland vieler Fälschungen kritisiert, sicherte sich einen Platz unter den Top-3.

Insgesamt wurden in der Studie „Illicit Trade Environment Index“ der Economist Intelligence Unit (EIU) und der Europäischen Handelskammer in Singapur (EuroCham SG) 17 Wirtschaftsräume beleuchtet; dabei schnitten in der Gesamtwertung nur Australien und Neuseeland besser ab als Hong Kong. Ausschlaggebend für die Platzierungen waren Wertungen in den vier Schlüsselbereichen geistiges Eigentum, Transparenz und Handel, Zollumfeld sowie Angebot und Nachfrage.

Das gute Abschneiden von Hongkong ist insofern überraschend, als die chinesische Sonderverwaltungszone laut einer Studie der US-Handelskammer vom Juni dieses Jahres für rund 14 % des weltweiten Handels mit Fälschungen verantwortlich ist. Auch bei der EU-Zollstatistik für 2015 taucht Hongkong unter den Top-Herkunftsländern beschlagnahmter Fälschungen auf (wir berichteten). Dennoch sei der dritte Platz nicht unverdient: Zahlreiche innenpolitische Richtlinien und Institutionen hätten sich in den letzten Jahren stark verbessert.

„Hongkong hat sich tatsächlich zu einem Ort entwickelt, den Konsumenten als eine sichere Quelle für eine Vielzahl von Originalprodukten ansehen”, kommentiert etwa Henry Wheare von der Anwaltskanzlei Hogan Lovells. „Dadurch sinkt automatisch auch die Nachfrage nach gefälschten Produkten; zusätzlich helfen strengere Richtlinien, den Handel mit Fälschungen zu beschränken.“

Grund für Hongkongs noch immer schlechten Ruf könnten seine engen Handelsbeziehungen mit China sein, das im Index der EIU deutlich schlechter abgeschnitten hat als seine Sonderverwaltungszone.

Quellen: The Economist Intelligence Unit, WorldTrademarkReview