In einer aktuellen Aktion koordiniert von Interpol und Europol sicherten Fahnder weltweit jetzt tonnenweise illegale und gefälschte Lebensmittel. Mit am häufigsten beschlagnahmt wurden erneut gefälschte Alkoholika.

Strafverfolgungsbehörden aus 78 Ländern* gingen zwischen Dezember 2018 und April 2019 unter dem Codenamen Opson VIII gegen den Handel mit illegalen und gefälschten Lebensmitteln vor. Die Behörden beschlagnahmten Artikel im Wert von über 100 Millionen Euro. Weltweit wurden 672 Personen verhaftet.

Insgesamt zogen die Fahnder etwa 16.000 Tonnen verdächtige Nahrungsmittel aus dem Verkehr – rund viermal so viel wie bei der Vorjahresaktion Opson VII. Beispielsweise beschlagnahmten deutsche und italienische Behörden in einer gemeinsamen Aktion mehr als 150.000 Liter gefälschtes Olivenöl, während Ermittler in Litauen rund 300.000 gefälschte Süßwaren sichern konnten.

Einen drastischen Anstieg verzeichnete Interpol bei den Beschlagnahmungen illegaler Getränke: Mit 33 Millionen gesicherten Litern stieg die Zahl gegenüber dem Vorjahr um über 23 Millionen Liter. Gefälschte Alkoholika belegen in diesem Jahr erneut Platz eins unter den am häufigsten beschlagnahmten Waren. So wurde beispielsweise in Russland eine illegale Wodka-Fabrik hochgenommen.


Bildquelle / © Europol

Daneben lag ein Fokus der diesjährigen Operation in Deutschland und 13 weiteren europäischen Ländern auf gefälschtem Kaffee: Nach Angaben des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) strecken Fälscher den hochwertigen Kaffee häufig mit billigeren Robusta-Kaffeebohnen und verkaufen die Mischung dann als 100 Prozent Arabica Kaffee. Laut Europol wurden im Rahmen der Aktion insgesamt rund 400 Kaffeeproben analysiert.

Bei der Bekämpfung illegaler Lebensmittel sieht Interpol trotz erfolgreicher Aktion wie der Operation Opson noch viel Handlungsbedarf: „Interpol fordert zusätzliche Bemühungen und eine bessere Koordinierung auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene, um diese Flut zu stoppen, die die Gesundheit der Verbraucher weltweit gefährdet“, so Paul Stanfield, Interpols Director of Organized and Emerging Crime.

*An Operation Opson VIII beteiligte Länder: Albanien, Äthiopien, Australien, Belarus, Belgien, Botswana, Bulgarien, Burundi, Chile, China, Dänemark, Demokratische Republik Kongo, Deutschland, Ecuador, Eritrea, Eswatini, Finnland, Frankreich, Gabun, Gambia, Ghana, Griechenland, Guinea-Bissau, Indien, Indonesien, Irland, Italien, Jordanien, Kambodscha, Kamerun, Kenia, Kroatien, Lesotho, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Malaysia, Mauretanien, Moldawien, Montenegro, Namibia, Nepal, Niederlande, Nigeria, Nordmazedonien, Norwegen, Österreich, Paraguay, Peru, Portugal, Republik Südsudan, Ruanda, Rumänien, Russland, Sambia, Schweden, Schweiz, Seychellen, Singapur, Simbabwe, Slowakei, Slowenien, Somalia, Spanien, Sudan, Südafrika, Südkorea, Tansania, Thailand, Togo, Tschechien, Uganda, Ungarn, Ukraine, Uruguay, USA, Vereinigtes Königreich, Zypern.
Quellen: Interpol, Europol, Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit