Gefälschte Covid-19-Impfstoffe in Mexiko, Polen aufgetaucht // Tausende Fälschungen in Belgien, Deutschland beschlagnahmt // Facebook, Gucci verklagen Fälschungshändler auf sozialen Medien // Zehntausende Designer-Plagiate in Großbritannien beschlagnahmt.

Gefälschte Covid-19-Impfstoffe in Mexiko, Polen aufgetaucht
Plagiate des Coronavirus-Impfstoffes des deutschen Unternehmens Biontech und des amerikanischen Pharmakonzerns Pfizer wurden in Mexiko entdeckt. Rund 80 Patienten sei bereits der gefälschte Impfstoff verabreicht worden, so entsprechende Medienberichte. Die angeblichen Covid-19-Impfdosen trugen ein nachgemachtes Etikett und fielen in einer Klinik auf, da sie in unüblichen Kühlern gelagert waren und verdächtige Laufnummern und Ablaufdaten aufwiesen. Pfizer identifizierte die Impfstoffe schließlich als Fälschung. Das Unternehmen sehe ein zunehmendes Risiko solcher kriminellen Aktivitäten, wie ein Sprecher des Konzerns verdeutlicht: „Wir sind uns bewusst, dass in dieser Art von Umfeld – angeheizt durch die Einfachheit und Bequemlichkeit des Onlinehandels und die Anonymität, die das Internet bietet – Betrug, Fälschungen und andere illegale Aktivitäten im Zusammenhang mit Corona-Impfstoffen und Behandlungen für Covid-19 zunehmen werden.“ Auch in Polen tauchten laut Medienberichten bereits Ende Januar gefälschte Impfdosen auf. Ein 26-Jähriger verkaufte demnach nachgemachte Biontech-Pfizer-Vakzine sowie gefälschte negative PCR-Testzertifikate im Darknet. Auch in diesem Fall bestätigte Pfizer, dass es sich bei den angeblichen Corona-Impfdosen um Plagiate handele, die in Wirklichkeit ein Anti-Falten-Mittel enthalten würden. Bereits vor einigen Monaten warnten Behörden vor gefälschten Corona-Impfstoffen.

Tausende Fälschungen in Belgien, Deutschland beschlagnahmt
Belgische und deutsche Beamte beschlagnahmten gefälschte Markenschuhen und Parfüms im Wert von rund 400.000 Euro, unterstützt durch das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF). Hunderte Sportschuhe bekannter Marken konfiszierten belgische Behörden dabei bereits im Februar in einem Lagerhaus in Antwerpen, das von OLAF und den belgischen Behörden zuvor als zentraler Umschlagplatz für die gefälschten Waren identifiziert worden war. Ein weiteres Team der belgischen Behörden beschlagnahmte zudem mehr als 3.000 gefälschte Schuhe und Parfüms in einem zweiten Lagerhaus, im rund 100 Kilometer entfernten Charleroi. Dank der internationalen Koordination durch OLAF stellten deutsche Behörden zudem weitere rund 400 Paar Schuhe und Textilien sicher. „Unsere Zusammenarbeit mit den belgischen Behörden war ausgezeichnet, und die grenzüberschreitende Koordination von OLAF mit den deutschen Behörden war für die Beschlagnahmungen in Deutschland von entscheidender Bedeutung“, so Ville Itälä, Director-General von OLAF.

Facebook, Gucci verklagen Fälschungshändler auf sozialen Medien
Um gegen den Verkauf von Plagiaten der Luxusmarke Gucci vorzugehen, haben der Facebook-Konzern und der Luxuswarenhersteller Gucci eine gemeinsame Klage gegen eine in Russland ansässige Social Media-Nutzerin eingereicht. Ein kalifornisches Gericht muss nun entscheiden, ob die Nutzerin einen internationalen Fälschungshandel über Social Media betrieben hat. Die Unternehmen werfen ihr vor, seit mindestens April 2020 auf Facebook und Instagram Plagiate zu bewerben, darunter gefälschte Handtaschen, Schuhe, Kleidung und Accessoires des Luxuswarenherstellers Gucci. Dafür habe sie fünf Facebook-Accounts und mehr als 150 Instagram-Profile angelegt; Käufern täusche sie vor, Originalwaren zu vertreiben. Der Originalhersteller berichtet, Ende 2020 mehrere Testkäufe als Plagiate identifiziert zu haben. Facebook informiert zudem, dass der Konzern bereits seit 2015 mehrmals gegen die Beschuldigte vorgegangen sei; sie verschaffe sich etwa mithilfe von Automatisierungssoftware jedoch immer wieder Zugang zu den Netzwerken.

Zehntausende Designer-Plagiate in Großbritannien beschlagnahmt
Britische Behörden haben bei mehreren Aktionen rund 45.000 gefälschte Designerartikel sichergestellt und insgesamt sieben Verdächtige verhaftet. Die beteiligten Beamten der Greater Manchester Police, der North West Police Intellectual Property Crime Unit und der City of London Police konfiszierten etwa gefälschte Handtaschen, Schuhe, Elektronik, Parfüms und Schmuck, mit einem geschätzten Verkaufswert von rund 15 Millionen Pfund (rund 17,3 Millionen Euro). Die Razzien wurden über drei Tage verteilt an vier verschiedenen Standorten im Raum Manchester durchgeführt und basierten auf Erkenntnissen einer früheren Ermittlung; insgesamt rund 60 Beamte waren beteiligt. Die großangelegte Operation „soll eine deutliche Botschaft an andere Kriminelle senden, die mit gefälschten Waren handeln, dass dies nicht toleriert wird”, so Superintendent Peter Ratcliffe von der Intellectual Property Crime Unit (PIPCU) der City of London Police.

Quellen: Deutsche Welle, Securing Industry; OLAF; The Fashion Law; City of London Police