Massive Beschlagnahmungen von Pharma-Plagiaten und gefälschten Covid-19-Impfstoffen vermelden Behörden in Europa und China. Derweil einigt sich Johnson & Johnson mit einem mutmaßlichen Plagiator und spanische Fahnder stellen hunderttausende gefälschte Batterien sicher.

Netzwerk für Pharma-Plagiaten in Polen zerschlagen
Hunderttausende gefälschte Arzneimittel, Medizinprodukte und Bestandteile zur Arzneimittelproduktion im Wert von rund 25 Millionen Złoty (ca. 5,6 Millionen Euro) beschlagnahmte die polnische Polizeieinheit Centralne Biuro Śledcze Policji (CBŚP) im Februar im westpolnischen Poznań. Das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) koordinierte die gemeinsame Aktion polnischer, französischer und italienischer Behörden. Als Teil einer internationalen kriminellen Organisation sollen die Fälscher seit rund drei Jahren pharmazeutische Wirkstoffe aus Asien nach Polen importiert haben; diese wurden dann in andere Länder weiterverteilt, um dort Plagiate etwa von Krebsmitteln und Psychopharmaka herzustellen. Mehrere zehn Millionen gefälschte Arzneimittel sollen dann entweder auf den polnischen Markt gebracht oder über das Internet an Kunden in Europa und den USA verkauft worden sein. Die Ermittlungen deckten zudem auf, dass das Netzwerk auch große Mengen authentischer Arzneimittel aus Produktionsstätten gestohlen und illegal verkauft hatte. Nun wurden 13 Verdächtige mit polnischer und französischer Staatsbürgerschaft verhaftet und Immobilien, gefälschte Dokumente, Waffen, Drogen und Bargeld sichergestellt. In dem Fall, der Verbindungen von Fälschungen und anderen schwerwiegenden Straftaten illustriert, dauern die Ermittlungen weiter an.

Tausende gefälschter Corona-Impfstoffe in China beschlagnahmt
Chinesische Strafverfolgungsbehörden zerschlugen einen kriminellen Fälscherring für nachgemachte Covid-19-Impfstoffe und beschlagnahmten mehr als 3.000 gefälschte Impfdosen, so berichten Staatsmedien in China. Die kriminelle Organisation soll seit September 2020 operiert haben und Tausende Impfungen gegen das Coronavirus gefälscht haben. Berichten zufolge füllten sie wirkungslose Kochsalzlösung in Impfampullen, die sie zu hohen Preisen verkauften. In den ostchinesischen Regionen Jiangsu, Beijing und Shandong habe die Polizei nun mehr als 80 Personen festgenommen, so die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Die Fälscher haben mutmaßlich auch geplant, die Impfstoff-Plagiate außerhalb Chinas zu vertreiben.

Johnson & Johnson erreicht Einigung in Fälschungsprozess
Der US-amerikanische Pharmakonzern Johnson & Johnson (J&J) erhält mindestens 6 Millionen US-Dollar (circa 4,9 Millionen Euro) zugesprochen durch die Beilegung eines Rechtsstreits in den USA. In einer Klage beschuldigten J&J und die J&J-Tochterfirma Ethicon im Juni 2020 das beklagte Unternehmen, das unter eSutures.com handelt, Fälschungen von Ethicon Medizinprodukten importiert und verkauft zu haben. Darunter seien etwa medizinische Klemmen gewesen sowie weiteres OP-Material, das nach einer Operation im Körper des Patienten verbleibt. Die nun erreichte Einigung sieht auch vor, dass eSutures weder Produkte kauft, vertreibt noch handelt, die von J&J hergestellt oder vermarktet werden. eSutures betont, dass die Produkte nicht gefälscht seien, sondern es sich um Alternativprodukte handle.

Hunderttausende gefälschte Batterien in Spanien beschlagnahmt
Beamte der spanischen Policía Nacional haben im Raum Madrid rund 720.000 gefälschte Batterien und Materialien im Wert von über 100.000 Euro beschlagnahmt. Die Beamte hoben eine illegale Produktionsstätte für Batterie-Plagiate aus und verhafteten vier Personen, die mutmaßlich die Markenrechte eines bekannten Batterie-Herstellers verletzten. Im Keller einer Druckerei entdeckten die Fahnder die versteckten Produktionsräume; neben hunderttausenden Plagiaten konfiszierten die Beamten hier Verpackungsmaterial mit dem Logo eines bekannten Herstellers sowie zwei Maschinen, um Batterien zu versiegeln. Berichten zufolge brachten die Fälscher vor Ort das Markenzeichen einer bekannten Marke auf den Plagiaten an und verpackten, lagerten und vertrieben diese von dort aus. Die Plagiate wurden ohne jedwede Qualitätskontrolle hergestellt, sodass sie elektronische Geräte beschädigen oder vollkommen unbrauchbar machen könnten. Die Polizei startete ihre Ermittlungen im Dezember 2020, als die Behörden über potenziell illegale Aktivitäten in einem Industriegebiet im Westen Madrids aufmerksam gemacht wurden.

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Quellen: OLAF, CBŚP; CNN, Global Times; Law360; Actualidad 21, Fuenlabrada Noticias