Fälscher haben zur Vermarktung ihrer illegalen Produkte verstärkt Online-Communities wie Facebook, Twitter oder Pinterest im Visier. Dagegen vorzugehen erweist sich aber oft als sehr schwer.

Verbraucher geraten immer mehr in den Fokus von Lockangeboten für gefälschte Waren in sozialen Netzwerken, so eine Studie des Onlinejournals Marketing Week. Beim sogenannten „social counterfeiting“ schalten Fälscher Werbeanzeigen auf den Seiten von Online-Communities. Beliebt bei den Plagiatoren sind vor allem Konsumgüter für Endverbraucher, darunter auch Luxusmarken wie Ray Ban, Louis Vuitton, Mulberry oder Ugg Australia.

„Soziale Medien können ein sehr attraktives Mittel für Fälscher sein, um viele Menschen auf einmal zu erreichen, die ihre gefälschten Produkte bewusst oder unbewusst kaufen“, warnt ein Sprecher des ICC Counterfeiting Intelligence Bureau (CIB). Oft werden die Plagiate mit Bildern der Originalhersteller, deren Logos, geschützten Begriffen und auch attraktiven Verweisen wie „günstig“ oder „Preisnachlass“ beworben. Klicken die Kunden auf die vermeintlich günstigen Angebote, werden sie auf Webseiten der Fälscher umgeleitet, die den Internetpräsenzen der echten Anbieter zum Verwechseln ähnlich sehen können.

Facebook scheint derzeit das beliebteste Portal für die Werbung mit illegalen Nachahmungen im Netz zu sein. So kommen etwa die Mehrzahl der Beschwerden, welche die Experten des britischen Trading Standards Institut erhalten, von Leuten, die unwissentlich Facebook-Gruppen zur Vermarktung von Fälschungen angehören. Aber auch auf Twitter und Pinterest sind Nachahmer sehr aktiv.

Facebook zeigt sich derweil aktiv und betont, dass es geistiges Eigentum ernst nimmt: „Wenn uns Rechteinhaber auf den Verkauf von Fälschungen auf Facebook hinweisen, ergreifen wir sofort angemessene Maßnahmen.“ Die Bestrebungen das Problem einzudämmen gestalten sich aber nach Erfahrung des Trading Standards Institut schwierig. Kriminelle sind den Experten zufolge der Gesetzgebung meist einen Schritt voraus. Auch erweist es sich oftmals als überaus schwer, die Betreiber betrügerischer Facebook-Accounts zu ermitteln.

Quellen: ICC, Marketing Week