Behörden weltweit sind gegen den Handel mit Plagiaten im Internet vorgegangen, unter anderem unterstützt durch Europol. Dabei wurden rund eine halbe Million Domains vom Netz genommen – und Fälschungen im Wert mehrerer Millionen Euro beschlagnahmt.

Wegen des mutmaßlichen Handels mit Fälschungen wurden weltweit knapp 500.000 Webseiten abgeschaltet und Plagiate im Wert von etwa 2,6 Millionen Euro beschlagnahmt, darunter Fälschungen von Bekleidung und eine Vielzahl von Pharma-Plagiaten. Dies ist das Ergebnis der diesjährigen Operation In Our Sites (IOS), die auf die Bekämpfung von Webseiten fokussiert, die in den Fälschungshandel und Onlinepiraterie verwickelt sind. Die Aktion IOS wurde unterstützt von Europols Intellectual Property Crime Coordinated Coalition (IPC3), Eurojust und Interpol.

Die Beamten konfiszierten Hunderttausende Fälschungen, darunter mehr als 42.000 Plagiate von Schuhen, Bekleidung und verschiedenen Accessoires sowie über 180.000 Packungen gefälschte Medizinprodukte. Auch elf Kopien von Kunstwerken wurden sichergestellt, und rund 40 Fahrzeuge wurden konfisziert. Insgesamt zwölf Verdächtige wurden verhaftet, 48 Strafverfolgungsverfahren eröffnet, sowie Bargeld im Wert von rund 460.000 Euro konfisziert.

Die diesjährige Aktion fand von Anfang Mai bis Mitte November statt und war die zwölfte Auflage der 2014 gestarteten und fortlaufenden globalen Initiative In Our Sites (IOS). Beteiligt waren in diesem Jahr Strafverfolgungsbehörden von 30 Ländern1, darunter viele EU-Mitgliedsstaaten sowie weitere Länder, etwa die Vereinigten Staaten. Die Behörden betonen, dass von Jahr zu Jahr mehr Länder an der Aktion teilnehmen – so waren bei der Vorjahresaktion noch Behörden aus 26 Ländern beteiligt, damals wurden rund 22.000 Domains wurden vom Netz genommen.

„Der Verkauf von gefälschten Waren und Raubkopien wird für die Strafverfolgungsbehörden aus mehreren Gründen zu einem immer größeren Problem,“ so Europol in einer Meldung zur Aktion. Problematisch sei, dass Betrüger online anonym blieben und im E-Commerce grenzübergreifend agieren könnten. Konsumenten hätten Zugang zu so vielen illegalen Waren wie nie zuvor, gleichzeitig seien sie sich der Risiken von Plagiaten oft nicht bewusst.

1 Albanien , Belgien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Costa Rica, Dänemark, Frankreich, Georgien, Griechenland, Hongkong-China, Irland, Italien, Kanada, Kolumbien, Lettland, Litauen, Malta, Moldawien, Montenegro, Niederlande, Nordmazedonien, Norwegen, Portugal, Rumänien, Serbien, Spanien, Tschechien, Ukraine, Ungarn, Vereinigte Staaten
Quelle: Europol