Behörden zahlreicher Länder beschlagnahmen mehrere Millionen Spielwaren-Plagiate, während der deutsche Zoll Tausende Mode-Fälschungen stoppt. Apple geht gegen Plagiate auf Social Media vor; und IT-Hersteller Cisco klagt gegen mutmaßliche Fälscher.

Internationaler Schlag gegen Millionen Spielzeug-Plagiate
Plagiate von Spielwaren im Wert von über 16 Millionen beschlagnahmten Behörden weltweit mit der Operation LUDUS, organisiert von Europol und unterstützt von OLAF und EUIPO. Rund 5 Millionen Fälschungen wurden konfisziert, darunter etwa Spielzeugautos, Brettspiele und Puppen. Wie jetzt bekannt wurde führten Ermittler aus 24 Ländern1 von Oktober 2020 bis Ende Januar 2021 mehr als 4.700 Inspektionen durch, um gefälschte Spielwaren rund um die Weihnachtsfeiertage zu identifizieren. Die Fälschungen sahen den Originalen täuschend ähnlich, stellten jedoch ein Gesundheitsrisiko dar, wie Stichprobentests zeigten, berichten Behörden. So enthielten etwa rund 5.000 Plastikspielzeuge aus Spanien giftige Chemikalien, circa 2.800 in Italien beschlagnahmte Puppen und 8.000 Spielzeugautos aus Belgien stellten ein Erstickungsrisiko dar. „Dank der Operation LUDUS haben wir erfolgreich Millionen von Spielzeugen aus dem Verkehr gezogen, die nicht nur unsicher waren, sondern auch von seriösen Marken abgekupfert wurden“, so Catherine de Bolle, Executive Director von Europol. Die Fahnder verhafteten bisher 11 Personen und leiteten 125 Gerichtsverfahren ein. In mehreren Ländern dauern die Ermittlungen an.

1 Belgien, Bulgarien, Dänemark, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Kroatien, Lettland, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Rumänien, Slowenien, Slowakei, Spanien, Tschechien, Ungarn, Vereinigte Staaten, Vereinigtes Königreich, Zypern

Tausende Mode-Plagiate in Deutschland sichergestellt
Deutsche Zollfahnder haben mit mehreren Aktionen gefälschte Markenbekleidung aus dem Verkehr gezogen. Rund 4.700 gefälschte Trainingsanzüge im Wert von circa 780.000 Euro, die mit drei internationalen Marken versehen waren, beschlagnahmten Beamte an der Grenze zu Österreich. Die Fälschungen stammten aus der Türkei und waren in insgesamt 100 Kartons verstaut, so die Behörden. Weitere Plagiate im Wert von über 15.000 Euro stoppten Beamte in Niedersachsen in einer Postsendung. Darunter befanden sich etwa gefälschte Gürtel sowie Designer-Schuhe. Ein Mann hatte die Waren online aus den USA bestellt, die Aufmachungen und Verpackungen der Artikel erregte jedoch den Verdacht der Zollfahnder, dass es sich um Fälschungen handeln könnte, so ein Sprecher des Hauptzollamts Osnabrück. Dieser Verdacht wurde von den Rechteinhabern bestätigt.

Große Mengen an Apple-Plagiaten auf Social Media
Gefälschte Produkte der Marke Apple werden häufig über Social Media verkauft, so aktuelle Berichte. Das Sicherheitsunternehmen Ghost Data Team beobachtete auf Instagram einen Monat lang rund 163 Händler, die Apple-Plagiate verkauften, wie etwa gefälschte Kopfhörer, Ladekabel, Batterien und USB-Adapter. Auslöser für die Analyse war ein gefälschtes Ladegerät, dass sich ein Mitarbeiter ausgeliehen hatte und das explodierte. Das Ergebnis: rund 50.000 Verkaufsanzeigen erhielten circa 600.000 Reaktionen. Die aus China stammenden Nachahmungen würden etwa über Facebook und Instagram verkauft, weil die Kontrollen auf Onlinemarktplätzen wie eBay und Amazon verschärft wurden, so die Angaben. Um die illegalen Produkte zu entfernen, beschäftigt etwa Apple ein eigenes Team. Der Konzern berichtet, 2020 mehr als eine Million Fälschungen von Onlinemarktplätzen gelöscht zu haben, auch von den Social-Media-Plattformn Facebook und Instagram.

Cisco klagt gegen mutmaßliche Plagiatoren aus China, USA
Der US-amerikanische IT-Hersteller Cisco klagt in den USA gegen drei US-Firmen, ein chinesisches Unternehmen und 50 Einzelpersonen, die gefälschte Netzwerk-Geräte der Marke Cisco in China produziert, in die USA importiert beziehungsweise dort verkauft haben sollen, auch etwa an öffentliche Auftraggeber. Cisco wirft den Beklagten vor, den Kunden vorgegaukelt zu haben „werkseitig versiegelte“ Originalprodukte zu erhalten. In der Klage verweise Cisco auch auf eine Razzia im August 2020, bei der chinesische Behörden bei einem der beklagten Unternehmen rund 1.200 Plagiate von Cisco-Produkten beschlagnahmt hätten. Darunter seien etwa gefälschte Switches, Router, WLAN-Controller, Netzteile und Transceiver gewesen sowie circa 500 gefälschte Logos, acht Rollen gefälschte Cisco Sicherheitslabel und 50 illegal markierte Kartons. Cisco hatte 2019 eine stärkere Zusammenarbeit mit Handelspartnern angekündigt, um gegen Fälschungen und Graumarkt-Produkte vorzugehen.

Quellen: Europol, OLAF; BR, Hauptzollamt Osnabrück; Bloomberg, Macwelt; Law Street, Securing Industry