Überraschend viele Vertreter der sogenannten Generation Z kaufen Fälschungen. Dies zeigt jetzt eine internationale INTA-Studie. Markeninhaber haben aber gute Chancen, die Einstellungen der Generation Z zu Fälschungen zu ändern.

Fast 80% der 18- bis 23-Jährigen haben nach eigenen Angaben innerhalb des vorhergehenden Jahres Plagiate erworben. Zu diesem erschreckenden Ergebnis kommt eine neue Studie der International Trademark Association (INTA), für die rund 4.700 Mitglieder der sogenannten Generation Z aus Argentinien, China, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Mexiko und den USA befragt wurden.

Bei der Kaufentscheidung befindet sich die Generation Z in einem Spannungsfeld zwischen ethischen Prinzipien und praktischen Erwägungen, so die Studie. Demnach empfinden zwar nur etwa 17% Fälschungen als „okay“ oder „völlig okay“ – allerdings überwiegen in der Praxis offenbar häufig finanzielle Erwägungen. Für rund 47% der Teilnehmer ist das Einkommen der Hauptfaktor bei der Entscheidung zum Kauf eines Plagiats; dagegen sind moralische Beweggründe für nur ca. 37% ausschlaggebend.

Positive Faktoren für den Kauf von Fälschungen sind unter anderem bessere Verfügbarkeit und niedrigerer Preis: So gaben ca. 58% der Befragten an, dass Fälschungen für sie leichter zu beschaffen seien als die Originalware. Zudem können sich etwa 57% in Bezug auf bestimmte Marken nur Plagiate leisten. Ebenso viele Studienteilnehmer waren auch der Ansicht, dass sie beim Kauf von Fälschungen direkt den Lebensunterhalt des jeweiligen Händlers unterstützen.

Negativ wirken dagegen vor allem die potenziellen Qualitätsmängel der Nachahmungen: Rund 81% der Befragten halten Fälschungen für ein Sicherheitsrisiko, während 77% die Qualität gefälschter Ware generell für unzureichend befinden. Auch mögliche Umweltschäden sowie die Aussicht, mit dem Kauf von Fälschungen organisierte Kriminalität zu unterstützen, wirken sich laut Studie negativ auf die Kaufabsicht aus.

Bei der Kommunikation dieser abschreckenden Risiken haben Marken bei der Generation Z generell ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit, so die Studie. Demnach gelten Markenvertreter bei den Befragten als vertrauenswürdigste Informationsquelle (55%), gefolgt von Medienpersönlichkeiten (45%) und Social Media Influencern (40%).

Insgesamt haben laut Studie rund 52% der Befragten vor, in Zukunft weniger Fälschungen kaufen – und ganze 91% sind generell bereit, ihre Ansichten an neu gelernte Fakten anzupassen. „Die Tür steht offen, um die Denkweise und die Kaufgewohnheiten dieser wichtigen Konsumentengruppe zu ändern“, so INTA-Präsident David Lossignol. Die neue Studie sei ein wichtiges Signal für Markeninhaber, ihre Marketingstrategien entsprechend anzupassen.

Quellen: International Trademark Association, IPPro