Koordiniert von Europol und Interpol haben Behörden zahlreicher Länder gefälschte und illegale Nahrungs- und Genussmittel im Wert von rund 54 Millionen Euro beschlagnahmt. Bei der OPSON X genannten Operation standen erneut Alkohol-Plagiate besonders im Fokus.

In insgesamt 72 Ländern1, darunter 26 EU-Staaten, gingen Strafverfolgungsbehörden von Dezember 2020 bis Mitte 2021 unter dem Codenamen OPSON X gegen den Handel mit illegalen und gefälschten Lebensmitteln vor. Insgesamt konnten die Fahnder rund 15.500 Tonnen illegale Produkte im Wert von rund 54 Millionen Euro beschlagnahmen – neben alkoholischen Getränken beispielsweise auch Nahrungsergänzungsmittel, Fleisch, Getreideprodukte, Obst und Gemüse sowie etwa Zucker und Süßwaren. Bei der Vorjahresaktion OPSON IX zogen die Fahnder mit etwa 12.000 Tonnen verdächtiger Nahrungsmittel noch deutlich weniger Produkte aus dem Verkehr, im Wert von rund 28 Millionen.

In der aktuellen Operation standen erneut Weine, Biere und Spirituosen im Fokus. In Europa konfiszierten Zollfahnder und weitere Behörden rund 1,8 Millionen Liter gefälschten oder illegalen Alkohols, mit Koordination durch das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) und mit Beteiligung von 19 EU-Staaten und drei Nicht-EU-Ländern.2 Neben rund 215.000 Liter gefälschter alkoholischer Getränke, überwiegend Wein und Wodka, wurden wegen Steuerverstößen oder etwa Verstößen gegen Lebensmittelsicherheit auch 460.000 Liter weitere Alkoholika und rund 1 Million Liter Bier beschlagnahmt.

Ein weiterer Fokus von OPSON X galt verfälschtem oder illegalen Honig, wobei rund 51.000 Kilogramm betrügerisch verarbeiteter Honig beschlagnahmt wurde. Zudem wurden weitere illegale Produkte aus dem Verkehr gezogen, die nicht im Fokus der Kontrollen standen, darunter etwa gefälschte Coronavirus-Tests. In Russland entdeckten die Behörden beispielsweise auch 12.000 Raubkopien von Computersoftware, mit einem Wert von rund 100.000 Euro.

„Diese Aktion gegen gefälschte Weine und alkoholische Getränke hat wieder einmal gezeigt, wie eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen OLAF, Europol und den nationalen Zoll- und Polizeibehörden echte Vorteile für den Schutz öffentlicher Einkünfte, der rechtmäßigen Unternehmen und der Gesundheit und Sicherheit von Verbrauchern weltweit bringen kann“, so OLAF Generaldirektor Ville Itälä.

1 Afghanistan, Armenia, Äthiopien, Australia, Belgien, Bosnien-Herzegowina, Botswana, Bulgarien, Burkina-Faso, Burundi, China, Dänemark, Deutschland, Djibouti, Ekuador, Eritrea, Estland, Eswatini, Finnland, Frankreich, Ghana, Griechenland, Guatemala, Indien, Indonesien, Irland, Italien, Jordanien, Kenia, Kolumbien, Kroatien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Marokko, Moldawien, Montenegro, Mosambik, Namibia, Niederlande, Nordmazedonien, Norwegen, Österreich, Peru, Polen, Portugal, Ruanda, Rumänien, Russland, Schweden, Schweiz, Serbien, Seychellen, Simbabwe, Slowakia, Slowenien, Spanien, Südafrika, Südsudan, Tansania, Timor-Leste, Trinidad und Tobago, Tschechien, Uganda, Ungarn, Vereinigte Staaten, Vereinigtes Königreich, Vietnam, Weißrussland, Zentralafrikanische Republik, Zypern
2 19 EU-Staaten (Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Niederlande, Polen, Portugal, Rumänien, Spanien und Ungarn) sowie drei weitere Länder (Nordmazedonien, Norwegen und das Vereinigte Königreich)
Quellen: Europol, Interpol, OLAF