Alibaba Group möchte verstärkt gegen Plagiate vorgehen

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Internetriese Alibaba verspricht, auch nach der kürzlich erfolgten Umstrukturierung des Konzerns weiterhin effektiv gegen Schutzrechtsverletzungen auf den eigenen Online‑Marktplätzen vorzugehen. Neu im Fokus stehen dabei unter anderem sogenannte versteckte Links.

Die Maßnahmen gegen den Handel mit Produktfälschungen auf seinen Plattformen will das chinesische E‑Commerce‑Unternehmen Alibaba weiter verstärken, wie der Konzern im Oktober ankündigte. Die Ankündigung folgt auf die große Umstrukturierung, die der Konzern Anfang des Jahres vorgenommen hatte – die allerdings nichts ändern würde am Einsatz des Unternehmens für den Schutz geistigen Eigentums. „Unsere Mission zum Schutz der IP‑Rechte bleibt die gleiche. Wir werden von hier aus nur noch besser werden“, kommentierte Matthew Bassiur, Vice President und Head of Global IP Enforcement bei Alibaba.

Aktuell stehen dabei vor allem auch sogenannte versteckte Links im Fokus der IP‑Schützer von Alibaba. Der Begriff beschreibt einen Trick von Fälschern, ein Listing für ein komplett anderes, scheinbar harmloses Produkt einzustellen – hinter dem sich dann allerdings gefälschte Waren verbergen. Beworben werden solche Scheinangebote oft über Chatgruppen und Social Media, wo die versteckten Links dann nur für eine begrenzte Zeit verfügbar sind. Das Vorgehen soll den Handel mit Plagiaten besonders schwer nachverfolgbar machen. Um dem entgegenzuwirken, gibt Alibaba an, neue Algorithmen zu entwickeln. Diese sollen versteckte Angebote basierend auf historischen Daten erkennen und entfernen. Alibabas Markenschutz‑Manager Bassiur sieht die Verantwortung, dagegen vorzugehen, allerdings auch bei den Social‑Media‑Plattformen.

//„Social‑Media‑Plattformen und Chat‑Apps müssen mit am Tisch sitzen und Teil der Lösung sein. Sie sind offensichtlich am besten in der Lage, ihre eigenen Plattformen zu überwachen. Wenn sie das nicht tun, werden versteckte Links weiter gedeihen.“
Matthew Bassiur, Vice President & Head of Global IP Enforcement, Alibaba Group

Zudem soll Alibabas Team zur Durchsetzung von gewerblichen Schutzrechten weiter gestärkt werden. So wurden nach Firmenangaben bereits zusätzliche Mitarbeitende für den IP-Schutz eingestellt, unter anderem an Standorten in den USA (Washington D.C.), in Europa (Paris, Madrid, Mailand) und am Hauptsitz des Konzerns im chinesischen Hangzhou.

Laut eigenen Daten habe das Unternehmen in den zwölf Monaten zwischen Juli 2022 und Juni 2023 knapp 170 Verweise an Strafverfolgungsbehörden getätigt. Diese Verweise, basierend auf online gefundenen Hinweisen auf Fälschungen und anschließenden Ermittlungen offline, hätten zu rund 620 Verhaftungen geführt. Zudem sollen dadurch fast 260 Fälschungs‑Einrichtungen geschlossen worden sein. Der Gesamtwert der durch Alibaba ausgelösten Strafverfolgungs‑Fälle belaufe sich auf rund 160 Millionen US‑Dollar (rund 150 Millionen Euro), so das Unternehmen.

Immer wieder wird die Alibaba‑Group, die unter anderem die Marktplätze Alibaba.com und Tmall.com betreibt, für die große Zahl an Fälschungen auf ihren Plattformen kritisiert. So zum Beispiel die zum Konzern gehörenden Plattformen AliExpress und Taobao, die auch im letzten Jahr wieder auf der Notorious‑Markets‑Liste der US‑Regierung aufgeführt wurden.

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