EU: Tausend Tonnen illegaler Pestizide beschlagnahmt // Italien: Verpackungsanlage für Parfüm-Plagiate ausgehoben // Polen: Tausende Mode-Plagiate sichergestellt // UK: Gefälschte Fanartikel und weitere Plagiate beschlagnahmt // Russland: Gewinnspiel soll Track-&-Trace bewerben

EU: Tausend Tonnen illegaler Pestizide beschlagnahmt
Rund 1.200 Tonnen gefälschte und illegale Pestizide beschlagnahmten Behörden zahlreicher EU- und Nicht-EU-Staaten bei der von Europol koordinierten Operation Silver Axe 6. Behörden aus insgesamt 35 Ländern1 waren an der der viermonatigen Aktion (Mitte Januar bis Ende April 2021) beteiligt, mehr Länder als noch bei der Operation Silver Axe 5 im Jahr 2020. Die Fahnder kontrollierten Pestizide etwa an Zollgrenzen, im Postverkehr und auf Online-Marktplätzen – gerade online sei eine starke Zunahme illegaler Produkte verzeichnet worden. Mit den beschlagnahmten Produkten hätten kriminelle Akteure illegale Profite im Wert von bis zu 80 Millionen Euro erwirtschaften können, so die Behörden. Unterstützt wurde die diesjährige Aktion vom European Union Intellectual Property Office (EUIPO), dem European Anti-Fraud Office (OLAF), der Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (DG SANTE) und dem Wirtschaftsverband European Crop Protection Association/CropLife Europe.

1 27 EU-Mitglieder (Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Zypern) sowie acht weitere Länder (Australien, Brasilien, Großbritannien, Kolumbien, Norwegen, Schweiz, Ukraine, Vereinigte Staaten)

Italien: Verpackungsanlage für Parfüm-Plagiate ausgehoben
Beamte der italienischen Polizei Carabinieri schlossen einen illegalen Umschlagplatz für gefälschte Parfüms, unterstützt von Europol – und zerschlugen so eine Operation der organisierten Kriminalität. Sichergestellt wurden rund 2.000 Fälschungen, darunter rund 1.100 Stück verkaufsfertige Parfüms, rund 600 Bekleidungsartikel sowie Lederwaren, Uhren und Hunderte IT-Accessoires, so Meldungen. Zudem seien weitere rund 2.000 halbfertige Parfüm-Plagiate sichergestellt worden. Das illegale Netzwerk operierte demnach aus Italien heraus und pflegte enge Verbindungen zu Produzenten in Ländern in der Nachbarschaft der EU; die Plagiate transportierten sie in großen Mengen über den Balkan, bevor sie in Italien verpackt und verkauft wurden. Um ihre Spuren zu verwischen, habe das Netzwerk ausgefeilte Lieferketten genutzt.

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Polen: Tausende Mode-Plagiate sichergestellt
Bei einer Razzia auf einem Industriegelände im Raum Warschau beschlagnahmten polnische Behörden rund 14.000 Mode-Plagiate. Der Gesamtwert der Produkte wird auf rund 4 Millionen Zloty (rund 888.000 Euro) geschätzt. Die etwa 9.000 Bekleidungs-Plagiate und rund 4.500 gefälschten Paar Schuhe trugen die Markenzeichen eingetragener Marken, waren jedoch durch ihre Aufmachung und Qualität von den Beamten als mutmaßliche Plagiate identifiziert worden. Die Behörden starteten die Untersuchung auf Grundlage von Hinweisen, dass in den Lagerräumen möglicherweise Fälschungen gelagert würden.

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UK: Gefälschte Fanartikel und weitere Plagiate beschlagnahmt
Einen Tag vor dem Start der Fußball-Europameisterschaft konfiszierten Beamte der Intellectual Property Crime Unit der City of London Police (PIPCU) gefälschte Fußball-Trikots im Wert von rund 80.000 Pfund (rund 93.000 Euro). Sichergestellt wurden die Fälschungen bei Razzien der Privatadresse und Lagerfläche eines 19-Jährigen aus dem Raum Wembley, London; insgesamt seien mehrere tausend Artikel beschlagnahmt worden, so die Behörden. „Diese Operation ist ein hervorragendes Beispiel für die Zusammenarbeit von PIPCU mit der Sportindustrie, um den Verkauf von gefälschten Waren zu bekämpfen“, so Andrew Masterson, Detective Sergeant bei der City of London Police. In Schottland beschlagnahmten Behörden derweil Plagiate im Wert von rund 3 Millionen Pfund (ca. 3.5 Millionen Euro) in Glasgow, darunter Bekleidung, Parfüms, Uhren und Schuhe. Die Fälschungen verletzten die IP-Rechte bekannter Marken wie etwa The North Face, Moncler, Ugg und Dior. Die Ermittlungen dauern an.

Russland: Gewinnspiel soll Track-&-Trace bewerben
Um Konsumenten zu animieren, die Echtheit von Produkten via QR-Code-Scans zu verifizieren, werden über das russische Track-&-Trace-System Chestny ZNAK sechs Wochen lang Hunderte Sach- und Geldpreise verlost. Konsumenten können an dem Gewinnspiel teilnehmen, indem sie mindestens zehn QR-Codes scannen, die auf zahlreichen Waren wie etwa Molkereiprodukten, Arzneimitteln, Bekleidung und Schuhen aufgebracht sind; je mehr Scans die Teilnehmer durchführen, desto höher ihre Chance auf einen Gewinn. Mit dem nationalen Track-&-Trace-System Chestny ZNAK plane Russland langfristig, alle inländisch gehandelten Verbrauchsgüter nachverfolgbar zu machen und sie so etwa vor Produktpiraterie zu schützen; die volle Umsetzung des Systems ist für 2024 geplant.

Quellen: Europol, OLAF // Europol, Securing Industry // CBŚP // City of London Police, Trading Standards Scotland // Securing Industry