In Krefeld, Frankfurt und den USA fangen Zollbehörden illegale Importe ab. In Litauen greifen Ermittler gegen Modeplagiate durch, während in Amerika ein Online-Händler für den Verkauf gefälschter Airbags verurteilt wird.

Zoll in NRW stoppt Parallelimport von Frischhaltedosen
Ermittler des Hauptzollamts Neuss verhinderten den illegalen Import von mehr als einhundert Frischhaltebehältern der Marke Tupperware. Wie mittlerweile durch den Rechteinhaber bestätigt wurde, handelte es sich bei den in Krefeld abgefangenen Frischhaltedosen um sogenannte Graumarkt- oder Parallelimporte; also um Originalwaren, die nicht für den europäischen Markt bestimmt waren. Die Artikel sollten offenbar per Postsendung aus Indien nach Deutschland eingeführt werden.

Hunderte gefälschte Lego-Bausätze in Frankfurt abgefangen
Wie jetzt bekannt wurde sicherten Zollfahnder am Frankfurter Flughafen innerhalb der vergangenen vier Monate rund 380 Fracht- bzw. Postsendungen mit gefälschten Spielzeugbausätzen der Marke Lego. Nach Angaben des Zolls wurde mit den Beschlagnahmungen ein wirtschaftlicher Schaden von etwa 50.000 Euro verhindert. Die Fälschungen wurden demnach aus mehreren südostasiatischen Ländern – darunter China, Taiwan und Hongkong – an Privatempfänger in Deutschland und der EU geschickt. Produziert wurden die Plagiate offenbar von einem einzelnen chinesischen Hersteller. Erst im April hatten chinesische Behörden im südchinesischen Shenzhen einen 27 Millionen Euro schweren Lego-Fälscherring ausgehoben.

US-Zoll zieht gefälschte Kassensysteme aus dem Verkehr
Am Grenzübergang zu Kanada in International Falls fingen US-Zollfahnder Ende April mehr als 1.500 gefälschte Kassensysteme ab. Die Fälschungen im Wert von rund 2,2 Millionen Euro (2,4 Millionen US-Dollar) waren laut Medienberichten in drei Bahncontainern auf dem Weg nach Minnesota. Offenbar trugen die Kassensysteme illegalerweise das Markenzeichen der Softwarefirma Micros, eines Tochterunternehmens des US-amerikanischen Technikherstellers Oracle. Im April hatten die USA zum zweiten Mal in Folge Kanada als Risikoland beim IP-Schutz klassifiziert.

Litauen: Tonnenweise Modeplagiate beschlagnahmt
Wie lokale Medien aktuell berichteten beschlagnahmten litauische Behörden in der Hauptstadt Vilnius rund 1,5 Tonnen Modeplagiate. Demnach sicherten die Ermittler bei einer Kontrolle am Handelsplatz Gariūnai unter anderem gefälschte Kleidung, Schuhe und Accessoires. Betroffen waren verschiedene international bekannte Hersteller, darunter etwa Hugo Boss, Louis Vuitton und Nike, so der Bericht. Offenbar wurde inzwischen gegen mindestens einen Händler ein Ermittlungsverfahren eingeleitet; ihm drohen jetzt bis zu vier Jahre Haft.


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Händler von Airbag-Plagiaten in den USA verurteilt
Wegen des Verkaufs hunderter gefälschter Airbags verurteilte jetzt ein US-amerikanisches Gericht einen Automotive-Händler aus dem Bundesstaat New York zu einer zehnjährigen Haftstrafe und Strafzahlungen in Höhe von etwa 1,8 Millionen Euro (rund zwei Millionen US-Dollar). Der Mann hatte die potenziell gefährlichen Plagiate offenbar aus China importiert – darunter etwa Imitate der Hersteller Nissan, Subaru und Toyota. Medienberichten zufolge waren die Fälschungen dabei unter anderem in Einzelteilen verschickt worden, um den Betrug zu verschleiern. In den USA hatte der Händler die Airbags dann selbst wieder zusammengebaut und über das Internet verkauft; etwa über die Online-Handelsplattform eBay.

Quellen: Hauptzollamt Krefeld; Hauptzollamt Frankfurt am Main; Securing Industry; Delfi; The Buffalo News, IPPro