Spektakulärer Schlag gegen Wein-Fälscher

Beamte der italienischen Guardia di Finanza gingen aktuell gegen einen groß angelegten Fälscherring für italienische Nobelweine vor. Die Fahnder beschlagnahmten dabei insgesamt 4.200 gefälschte Flasche des hochkarätigen Weins Doc Bolgheri Sassicaia aus der Toskana. Zwei Verdächtige wurden verhaftet, gegen elf weitere Personen laufen Ermittlungen.

Laut Medienberichten sollen die Fälscher weltweit Plagiate des Edelweins vertrieben haben, für die sie die Etiketten des Weins, inklusive eines registrierten Qualitätssiegels, genau nachgeahmt hatten. Dabei konzentrierten sie sich auf die Jahrgänge 2010 bis 2015 des Edelweins, die einen hervorragenden Ruf genießen. Die zwei nun Verhafteten waren mutmaßlich für die Abfüllung der Weine zuständig. Für die Fälschungen verwendeten die Betrüger dabei Wein aus Sizilien. Die Flaschen kamen dagegen aus der Türkei, während die Etiketten und Holzkisten aus Bulgarien stammten. Monatlich sollen die Fälscher insgesamt rund 400.000 Euro erwirtschaftet haben.

Ein kurioser Zufallsfund war dann ausschlaggebend dafür, dass die Behörden auf das Weinfälscher-Netzwerk aufmerksam wurden: „Die Ermittlungen begannen durch einen Zufall, als zwei Mitglieder der Guardia di Finanza auf einer Straße in Empoli, in der Toskana, auf eine Kiste mit dem gefälschten Wein stießen, die vermutlich von einem Lastwagen gefallen war“, sagte Giuseppe Creazzo, Staatsanwalt in Florenz, nach Medienberichten während einer Pressekonferenz. In dieser Kiste fanden die Behörden dann zwei Handynummern, die den Startpunkt der Ermittlungen bildeten.

Die Nachforschungen mündeten dann in die erfolgreiche Razzia Mitte Oktober. Neben Tausenden gefälschten Flaschen Wein beschlagnahmten die Beamten auch rund 80.000 gefälschte Etiketten, Flaschen, Korken und Holzschachteln. Damit plante die Fälscherbande mutmaßlich 6.600 Flaschen zu befüllen, mit denen sie zwei Millionen Euro hätten erwirtschaften können. Insgesamt 41 Kisten des 2015er-Jahrgang des Weins waren zudem bereit für den Export bereit.

Kunden in China, Korea und Russland hätten bereits tausende Kisten der Weine bestellt; zu einem Preis der rund 70 Prozent unter dem Marktwert der Originale liegt. Der Großteil der Fälschungen sei für den Export bestimmt gewesen; nur ein kleiner Teil der Plagiate sei in Italien verkauft worden.

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Deutschland: Neue Razzien und Markenschutz-Erfolge

Polizei stoppt Fälschungshändler in Norddeutschland
Beamte der Polizei Bremen und der Polizei Oldenburg durchsuchten Anfang Oktober mehrere Häuser und Wohnungen in Bremen und im niedersächsischen Umland. Die Beamten ermittelten dabei gegen zwei Verdächtige, die mutmaßlich seit Dezember 2019 gefälschte Markenartikel sowie gestohlene Waren online zum Verkauf angeboten hatten. Insgesamt beschlagnahmten die Fahnder rund 4.000 Uhren, Automotive-Teile sowie Beweismittel und Vermögenswerte wie Autos und Motorräder. Zudem sollen die Verdächtigen weitere Betrugsstraftaten begangen haben, darunter auch Subventionsbetrug bei den sogenannten Corona-Soforthilfen. Die Ermittlungen dauern an.

Fälschungshändler in Bayern verurteilt
Ein Onlinehändler aus dem ostbayerischen Amberg wurde vom Landgericht Regensburg wegen des Verkaufs gefälschter Markenprodukte zu einer Bewährungsstrafe von 15 Monaten und einer Geldstrafe von 3.000 Euro verurteilt. Der Verurteilte soll sich gefälschtes Handyzubehör in Asien besorgt haben; darunter auch Artikel, die nicht für den Verkauf in der Europäischen Union zugelassen waren. Insgesamt habe der Beschuldigte mehr als 35.000 illegale Artikel gelagert, darunter Fälschungen mit einem geschätzten Originalwert von mehr als 1,2 Millionen Euro, so die Staatsanwaltschaft. Bereits im August 2015 entdeckten Zollbeamte am Flughafen Köln-Bonn eine an den Angeklagten adressierte Sendung aus China, in der sich rund 3.500 gefälschte Kopfhörer befanden. Im gleichen Zeitraum stoppte der Zoll am Flughafen Leipzig rund 2.000 Ladekabel, etwa 800 Kopfhörer, circa 650 Netzteile und mehr als 500 Handyhüllen. Wenige Wochen später konfiszierten Beamte in Leipzig zudem rund 300 Adapter. Der nun Verurteilte soll jedoch nur einen geringen Teil der Waren tatsächlich verkauft haben, bevor er gestoppt wurde, so Medienberichte.

Zoll in NRW beschlagnahmt Fälschungen im Wert Zehntausender Euro
Zehntausende Artikel mit einem Originalwert von mehr als 50.000 Euro konfiszierten Beamte des Zollamt Neuss in Nordrhein-Westfalen in zwei Frachtsendungen aus der Türkei. Darunter befanden sich etwa gefälschte Schuhe, Gürtel, T-Shirts und Uhren bekannter Marken. Neben Plagiaten stellten die Beamten auch Produkte sicher, die falsche Herkunftsangaben trugen; darunter Dutzende aus der Türkei stammende Paar Schuhe, die jedoch mit dem Herkunftshinweis „Made in Italy“ versehen waren. Zudem fanden die Zöllner rund 50.000 OP-Kittel, die gegen das Medizinproduktgesetz verstießen. Die Sendung war den Beamten bereits im Juli bei der Einfuhrabfertigung aufgefallen.

Gericht in Spanien bestätigt Verletzung der Marke Bosch
Ein spanisches Berufungsgericht bestätigte kürzlich das Urteil gegen den Eigentümer einer Fahrzeugwerkstatt, der gegen die Markenschutzrechte des deutschen Unternehmens Bosch verstoßen hatte und unter anderem zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten verurteilt worden war. Der Beschuldigte besaß in seiner Werkstatt drei Maschinen in grüner Farbe, ähnlich der Hausfarbe der Marke Bosch. Auf diese soll er Aufkleber angebracht haben, die das Logo der Marke Bosch imitierten. Die so als angebliche Originale präsentierten Maschinen waren für Kunden der Werkstatt sichtbar; somit könne der Werkstatt-Besitzer seine Kunden über die angebotenen Dienstleistungen getäuscht haben.

EU-Konsultation zu IPR-Schutz in Drittländern

Die EU-Kommission ruft Unternehmen aktuell dazu auf, ihre Erfahrungen zu teilen, wie gut geistiges Eigentum in Drittländern geschützt ist und gewerbliche Schutzrechte durchgesetzt werden können. Die öffentliche Konsultation ist Grundlage des neuen Drittstaatsberichts der EU-Kommission; der Bericht weist Länder aus, in denen Probleme beim Schutz von IPR europäischer Unternehmen vorliegen.

Noch bis zum 16. November können Sie an der aktuellen Umfrage der EU teilnehmen, die zu der „Strategie der Europäischen Union für die Durchsetzung der Rechte an geistigen Eigentum in Drittländern“ gehört. Ziel der Befragung ist es, jene Drittländer zu ermitteln, in denen die Situation in Bezug auf den Schutz und die Durchsetzung gewerblicher Schutzrechte besorgniserregend ist. Auch die Liste der prioritären Staaten, in denen besonders schwere Probleme vorliegen, soll in diesem Zusammenhang aktualisiert werden. Die Konsultation ist dabei eine der Maßnahmen, um Drittländer zu unterstützen, ihre Markenschutzsysteme zu verbessern. Ebenso soll sie dazu beitragen, die Maßnahmen und Ressourcen der EU-Kommission auf prioritäre Länder zu fokussieren; und Rechteinhaber sollen so für die IP-Risiken in Drittländern sensibilisiert werden.

Zuletzt veröffentlichte die EU-Kommission ihren Drittstaatsbericht im Januar 2020 und definierte dort insgesamt dreizehn Länder, in denen starker Handlungsbedarf besteht.

Lizenz- und Markenschutz für Sportartikel

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Tailorlux arbeitet mit unsichtbaren Produktmarkierungen basierend auf Lichtemissionen. Diese Plagiatsschutzlösung mit dem Namen Tailor-Safe® ist auf dem Weltmarkt einzigartig und bietet den Vorteil eines unsichtbaren, fälschungssicheren, maschinellen und gerichtsverwertbaren Produktschutzes. Tailor-Safe basiert auf einem optischen Fingerabdruck, der mit einer eigenen Sensorlösung erfasst und kundenindividuell angepasst werden kann. Dabei kommen die Sicherheitsmarkierung und die Sensorik bei Tailorlux aus einer Hand und werden kontinuierlich weiterentwickelt. Der Marker lässt sich mit einem Handgerät auslesen und authentifizieren, ganz egal, an welcher Stelle der Lieferkette. Damit kann bewiesen werden, dass es sich um ein echtes lizenziertes Produkt und keine Fälschung handelt.

Auf dieser Technologie basiert die Zusammenarbeit von Tailorlux und 11teamsports, im Rahmen derer eine perfekte Lösung für den Textildruck entwickelt wurde. Im Veredelungsprozess ist es der 11teamsports Print GmbH, ein Tochterunternehmen der eleven teamsports GmbH, nun möglich, über die Farbe einen individuellen Sicherheitsmarker einzuarbeiten, über welchen die Echtheit des Druckes bzw. des Produktes ausgelesen werden kann.

„Der Kunde erhält die gewohnte Qualität aus dem Hause 11teamsports mit einem High-Tech-Feature, das die Lizenzen und damit die heimischen Arbeitsplätze schützt.“
– Tobias Herzog, Tailorlux GmbH

Das Amt der Europäischen Union für Geistiges Eigentum (EUIPO) teilte bereits 2019 mit, dass es allein in Deutschland aufgrund von Produktfälschungen mehr als 64.000 Jobs weniger gibt. Ein Umstand, der in Zeiten der Corona-Krise besonders schmerzt. Der Wegfall oder die Verschiebung großer Sportevents verschärft diese Situation zusätzlich. Schließlich treffen nun nicht-lizensierte mit originalen Produkten in einem schrumpfenden Markt zusammen.

Die Lösung Tailor-Safe basiert auf einer maßgeschneiderten Lichtemission, die kundenindividuell angepasst werden kann. „Die Lösung lässt sich prozessneutral Einbringen und macht denn Druck maschinenlesbar, ohne dass sich das Druckbild verändert. Der Kunde erhält die gewohnte Qualität aus dem Hause 11teamsports mit einem High-Tech-Feature, das die Lizenzen und damit die heimischen Arbeitsplätze schützt“, erklärt Tobias Herzog, Geschäftsführer der Tailorlux GmbH.

„Unseren Kunden können wir nun ganz unkompliziert zum Veredelungsverfahren auch einen exklusiven Produktschutz mit an die Hand geben.“
– Dalibor Rajakov, 11teamsports Print GmbH

Dalibor Rajakov, Geschäftsführer der 11teamsports Print GmbH zeigt sich zufrieden: „Wir freuen uns, dass wir mit Tailorlux einen so passenden Partner gefunden haben. Was Tailorlux bereits für Kunststoffe und Baumwolle umsetzen kann, wollten wir unbedingt für unsere Veredelungsprozesse adaptieren. In einem gemeinschaftlichen und professionellen Entwicklungsprozess konnten wir eine perfekte Lösung zur Einarbeitung eines Schutzes während des Textildrucks finden. Für uns ist diese Option ein großer Gewinn. Auf diese Weise können wir unsere Lizenzprodukte entsprechend sichern und auch unseren Kunden können wir nun ganz unkompliziert zum Veredelungsverfahren auch einen exklusiven Produktschutz mit an die Hand geben.“

Seit 2009 entwickelt und realisiert Tailorlux am Standort Münster verdeckte Industriemarkierungen für Materialien und Produkten aus annähernd allen Branchen.

Die Markierungskonzepte lösen spezifische Anforderungen innerhalb der Produktion, der Distributionskette, der Produktgarantie und des Recycling. Tailorlux konzentriert sich dabei auf die Problemebene der Zusicherung von Material- und Produkteigenschaften, der Ingredienzien und deren sortenreine Trennung. Unser spezielles Know-how besteht darin, Produkten einen individuellen optischen Fingerabdruck zu verleihen, der mit unserer Sensorfamilie ausgelesen werden kann.

Mehr Informationen über info@tailorlux.com oder unter www.tailorlux.com

 

Die 11teamsports Print GmbH ist ein Spezialist im Bereich Textildruck mit Sitz in Helmstadt-Bargen. Als Tochterunternehmen der eleven teamsports GmbH, die mit www.11teamsports.com zum größter Onlineshop für Fußball und Teamsport im europäischen Raum zählt, gehört die Veredelung von Fußballoutfits zu den Hauptaufgaben des Druckspezialisten. Über 11teamsports erhalten mehr als 4.000 Vereine – von den Amateuren bis zu den Profis – den professionellen Transfer für ihre Produkte.

Studie warnt vor hohem Fälschungsrisiko am Black Friday

Basierend auf einer im September durchgeführten, nationalen Befragung in den USA prognostiziert das internationale Markenschutzunternehmen Red Points eine Zunahme des Onlinehandels im Vergleich zum Vorjahr. Demnach planen 70 Prozent der befragten Käufer, online einzukaufen, etwa bei Amazon und eBay. Problematisch könnte dabei sein, dass für 28 Prozent der Preis der entscheidende Faktor in der Kaufentscheidungen sei.

Mehr als jeder Vierte Befragte (26 Prozent) hatte in der Vergangenheit am Black Friday bereits Fälschungen gekauft. Am diesjährigen Black Friday planen 65 Prozent der Befragten, wahrscheinlich online mehr auszugeben als im Vorjahr, so ein Ergebnis der Studie. Angesichts dieses erwartbar höheren Umsatzes im Online-Shopping appelliert Red Points an Händler, Vorkehrungen zu treffen, um ihr Markenimage zu schützen. Ein effektiver Markenschutz sei auch zentral, um die Verluste der letzten Quartale auszugleichen.

„Viele Käufer fühlen eine finanzielle Belastung durch die Pandemie. Daher werden die Verbraucher in diesem Jahr budgetbewusster sein, was es wahrscheinlicher macht, dass sie sich Fälschern zuwenden“, so Daniel Shapiro, VP of Strategic Partnerships und Brand Relationships bei Red Points. Durchschnittlich planen Konsumenten, etwa 289 US-Dollar (circa 245 Euro) auszugeben, so die Studie. Besonders gefragt seien Bekleidung und Accessoires (so 57 Prozent der Käufer), Technologie- und Elektronikprodukte (25 Prozent) sowie Spielwaren und Spiele (22 Prozent).

Fälschungskäufe könnten dabei auch negativ auf die Originalhersteller zurückfallen. So sagten mehr als 40 Prozent der Befragten, sie würden sich im Falle eines Fälschungskaufs bei der Originalmarke beschweren, mehr als die Hälfte würden eine Rückerstattung fordern. Zudem kann das Image von Marken leiden: Rund 25 Prozent meinen, dass Marken Fälschungen entfernen sollten.

Webinar informiert zu Fälschungsschutz im Vertriebskanal

In dem Live-Webinar von Karg und Petersen und Arvato Systems erklären Fälschungsschutz-Experten in fokussierten Impulsvorträgen, wie Unternehmen verhindern können, dass der Vertriebskanal das zentrale Einfallstor für Fälschungen auf dem Weg zum Kunden wird. Teilnehmer haben dabei zwei Termine zur Auswahl, am 19. November um 16:30 Uhr oder am 25. November um 13:00 Uhr.

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In nur 45 Minuten informiert die Veranstaltung zu drei zentralen Facetten zum Schutz des Handelskanals vor Fälschungen: Erfahren Sie, wie zeitgemäßer Markenschutz im Handelskanal funktioniert und wie Sie ein effektives Track-and-Trace aufbauen können. Und lernen Sie, wie Sie spezielle Maßnahmen aus Marketing und PR für die Abwehr illegaler Wettbewerber nutzen können – und so beispielsweise Ihre Händler und Vertriebspartner in eine schlagkräftige Piraterie-Abwehr einbinden.

„Der Vertriebskanal ist der Berührungspunkt von Herstellern, Händlern, Kunden – und illegalen Nachahmern. Das macht ihn für so viele Unternehmen zum Knackpunkt einer effektiven Abwehr von Fälschungen.“
// Dr. Tim Karg, Karg und Petersen Agentur für Kommunikation GmbH

„Dank Track-and-Trace können Sie jetzt genau wissen, wo Ihre Originale sind – und bei welchen Produkten es sich in Wirklichkeit um Plagiate handelt.“
// Carl-Rainer Stetter, Arvato Systems GmbH

Das Live-Webinar findet an zwei alternativen Terminen statt und richtet sich vor allem an Markenschutz-Experten in Unternehmen sowie Firmenvertreter aus Recht, Marketing, Vertrieb, sowie Produktion und Logistik. Sichern sie sich jetzt Ihren Platz im Webinar, für den 19. November um 16:30 Uhr oder den 25. November um 13:00 Uhr!

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Südost-Asien zunehmend im Fokus internationaler Fälscher-Routen

Aktuelle Analysen chinesischer Zolldaten deuten auf eine zunehmende Verschiebung der Bestimmungsorte für Fälschungen mit Ursprung in China hin. Zu diesem Ergebnis kommt nun ein Bericht im Fachmagazin WTR auf Basis von Behördenangaben zu Beschlagnahmungen in China, unter Beteiligung der Firmen Law Business Research und Rouse. Die analysierten Daten geben Auskunft über die Anzahl der Beschlagnahmungen chinesischer Behörden, die Strafentscheidungen nach sich zogen. Analysiert wurden Fälle von 2013 bis einschließlich des ersten Halbjahres 2019.

Besonders auffallend ist dabei der rapide Anstieg an Fälschungsexporten nach Südost-Asien: So stieg der Wert der beschlagnahmten Sendungen, die in die ASEAN-Staaten gehen sollten, in den letzten zwei Jahren um rund 450 % – während der Gesamtwert der chinesischen Exporte in die ASEAN-Staaten nur um rund 27 % zunahm. Stoppten chinesische Behörden im Jahr 2014 noch 66 Sendungen, die nach Südost-Asien gehen sollten, wurden im Jahr 2018 insgesamt bereits 299 entsprechende Sendungen gestoppt. Der Trend, den die analysierten Daten andeuten, sei dabei repräsentativ – allerdings deckten sie nur einen Teil der tatsächlichen Beschlagnahmungen des chinesischen Zolls ab. Der eigentliche Umfang des illegalen Handels sei um ein Vielfaches höher.

Anzahl der Beschlagnahmungen nach Zielregion

Betrachtet man die Beschlagnahmungen von Fälschungssendungen aus China, die für die ASEAN-Staaten bestimmt waren, so lag der Gesamtwert bei den analysierten Fällen im Jahr 2018 bei fast einer Million Dollar; im Jahr 2019 wurde die Millionen-Schwelle allerdings bereits nach dem ersten Halbjahr überschritten. Der Wert aller entsprechenden Fälschungssendungen wird insgesamt auf mehrere hundert Millionen Dollar geschätzt, da nur ein geringer Anteil aller Fälschungssendungen überhaupt abgefangen würde.

Die meisten der seit 2013 erfassten Beschlagnahmungen entfielen dabei auf Malaysia und Singapur. Singapur war eines der wichtigsten Ziele für Fälschungssendungen; vermutlich da es der größte Umschlaghafen der Welt ist, so die Einschätzung. In Sendungen für die ASEAN-Länder wurden gefälschte Kleidung und Schuhe häufig beschlagnahmt, gefolgt von Maschinenteilen und Taschen. Zu den vor allem betroffenen Marken zählen etwa Nike, Adidas und Disney, sowie Luxusmarken wie Gucci, Louis Vuitton und Chanel.

Auch für Lieferungen, deren Ziel in der EU oder in Großbritannien lag, verzeichneten die chinesischen Behörden einen deutlichen Anstieg seit 2016. Insgesamt 551 der analysierten Beschlagnahmungen hatten demnach seit 2013 ihr Ziel in der EU oder Großbritannien. Besonders häufig sollten die Lieferungen nach Frankreich, Griechenland, Deutschland oder Großbritannien gehen. Insgesamt entfielen rund 80 Prozent des Wertes auf diese Länder; dies entspricht Fälschungen im Wert von mehr als acht Millionen chinesischer Yuan (ca. 9,9 Millionen Euro). Im ersten Halbjahr 2019 wurde zudem bereits mehr als die Hälfte des Vorjahreswerts erreicht.

Zu den besonders stark von solchen illegalen Sendungen in die EU und Großbritannien betroffen Marken zählen unter anderem Adidas, Nike, Samsung oder etwa Louis Vuitton; am häufigsten beschlagnahmt wurden Kleidung und Schuhe. Zusätzlich war eine große Menge gefälschter Taschen für diese Märkte bestimmt.

Ein anderes Bild zeigt sich für Sendungen in die Vereinigten Staaten. Auf die USA entfiel der niedrigste Anteil der Beschlagnahmungen mit anschließenden Strafentscheidungen, mit lediglich 209 Beschlagnahmen seit 2013 in den analysierten Fällen. Während die Anzahl für Sendungen in die ASEAN-Länder sowie in die EU und Großbritannien seit 2016 anstieg, erscheint der Trend für Sendungen in die Vereinigten Staaten im Jahr 2019 rückläufig.

OLAF und AMERIPOL verbuchen Zollerfolg über Kontinente hinweg

Das Ergebnis der gemeinsamen Aktion ist eine massive Beschlagnahmung illegaler Hygieneprodukte, die von China nach Venezuela transportiert werden sollten. Mehr als 50.000 Fälschungen konfiszierten die kolumbianischen Behörden so auf Basis von Informationen, die das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung OLAF bereitgestellt hatte.

Die sichergestellte Sendung enthielt Produkte, die gegen Schutzrechte anerkannter Marken verstießen – darunter mehr als 38.000 gefälschte Mittel zur Behandlung von Erkältungs- und Grippe-Symptomen sowie mehr als 12.000 Zahnbürsten. An der Aktion beteiligt waren Ermittler der EU-Behörde OLAF, der Police Community of the Americas (AMERIPOL) und der kolumbianischen Steuer- und Zollbehörden (POLFA und DIAN). Im aktuellen Fall identifizierte OLAF die verdächtige Lieferung und informierte mit Hilfe von AMERIPOL die kolumbianischen Behörden. Die kolumbianischen Ermittler stoppten und beschlagnahmten die Sendung schließlich im Hafen von Cartagena, einem der zentralen Containerumschlagsplätze Kolumbiens.

Die Aktion war die erste dieser Art, mit der eine engere Zusammenarbeit von OLAF und AMERIPOL in die Tat umgesetzt wurde. Diese engere Kooperation ist das Ergebnis einer virtuellen Konferenz zu gefälschten Gesundheitsprodukten und organisierter Kriminalität in Verbindung mit der Coronavirus-Pandemie (COVID-19) im Mai dieses Jahres. Dabei planten die Behörden eine Intensivierung der Partnerschaft zwischen Europa und Amerika. „Wissen und Ressourcen aus der ganzen Welt zu bündeln, ist die einzige Möglichkeit, diesen illegalen Handel und die dahinter stehenden kriminellen Netzwerke zu bekämpfen. Deshalb hat OLAF im Laufe der Zeit ein solides Netz von Partnern auf allen Kontinenten aufgebaut. Wir freuen uns, AMERIPOL, POLFA und DIAN zu ihnen zählen zu dürfen“, so Ville Itälä, Director-General von OLAF.

Neben Kolumbien verstärken somit auch weitere Polizei- und Zollbehörden mehrerer lateinamerikanischer Länder das Netzwerk von OLAF, darunter Argentinien, Bolivien, Brasilien, die Dominikanische Republik, Ecuador, Panama, und Paraguay.

Mode, Filme, Wein – aufsehenerregende Aktionen gegen Plagiate

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Deutscher Zoll meldet millionenschwere Beschlagnahmungen

Deutsche Zollfahnder vermelden aktuell eine ganze Reihe an Beschlagnahmungserfolgen: So konfiszierte etwa der Zoll am Flughafen Köln/Bonn Plagiate im Wert von rund 5,7 Millionen Euro. Rund 1.700 gefälschte Handtaschen und mehr als 7.000 Schuh-Plagiate bekannter Marken wurden dabei sichergestellt. Aktuell erlebe der Zoll eine „regelrechte Fälschungsschwemme“ klassischer Plagiate wie Taschen und Schuhe, so ein Sprecher. Derweil stoppten Zollbeamte im bayrischen Rosenheim über eine Tonne gefälschter Markenbekleidung. Die Beschlagnahme erfolgte bereits Ende letzten Jahres, wurde aufgrund laufender Ermittlungen jedoch erst vor Kurzem bekannt gegeben. In einem aus der Türkei kommenden LKW hatten die Ermittler rund 2.300 gefälschte Kleidungsstücke entdeckt; die Plagiate verletzten die Markenrechte von 36 namhaften Herstellern. Einen weiteren Zollerfolg verbuchten Fahnder in Hamburg, wo sie bei der Inspektion einer Containersendung mehrere Kartons mit rund 1.000 gefälschten Schwimmhilfen konfiszierten.

Hongkong: Fälschungshandel über Live-Webcast gestoppt

Zollbehörden in Hongkong haben erstmals Verdächtige verhaftet, die Fälschungen über einen Live-Webcast auf Social Media verkauft haben sollen. Dem kriminellen Pärchen wird vorgeworfen, über Livestreams gefälschte Markenaccessoires verkauft zu haben, darunter etwa Ohrringe und Schals. Die wöchentlichen, stundenlangen Livestreams fanden dabei spät in der Nacht statt, um möglichst unentdeckt zu bleiben, so die Angaben der Behörden. Bis zu 60 Zuschauer hätten die Fälscher pro Event erreicht. Um den kriminellen Geschäften ein Ende zu bereiten, gaben sich verdeckte Ermittler als potentielle Käufer aus; bei der anschließenden Razzia der Wohnung des Paars wurden rund 2.000 mutmaßliche Fälschungen sichergestellt. Der Zoll geht davon aus, dass die Fälscher erst seit Kurzem aktiv waren und ausnutzten, dass Personen aufgrund der Coronavirus-Pandemie mehr Zeit online verbringen.

Millionenschweres Piraterie-Netzwerk in Europa zerschlagen

Gegen einen mutmaßlichen Raubkopierer-Ring vor allem für noch unveröffentlichte Filme und andere illegale digitale Inhalte gingen nun Ermittler von Europol und Eurojust sowie nationale Strafverfolgungsbehörden vor, darunter Behörden aus mehreren europäischen Ländern und aus Amerika. Das kriminelle Netzwerk soll unerlaubt hunderte Filme kopiert und illegal gehostet haben. Nun schalteten die Ermittler rund 60 Server ab, etwa in Dänemark, Deutschland, Frankreich, Kanada, Lettland, den Niederlanden, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, Südkorea, Spanien, Schweden, der Schweiz, Tschechien und dem Vereinigten Königreich. Zudem wurden zwei Verdächtige auf Zypern und in den Vereinigten Staaten verhaftet. Die Raubkopierer hatten sich Zugang zu Filmen verschafft, bevor diese im Einzelhandel veröffentlicht wurden, etwa indem sie sich gegenüber Filmvertrieben als DVD- und Blu-Ray-Händler ausgaben. Tatsächlich kopierten sie die Inhalte und veröffentlichten sie online über Streaming-Plattformen sowie Peer-to-Peer- und Torrent-Netzwerke.

Reinland-Pfälzisches Weingut wurde mutmaßlich Opfer von WeinfälschernWeinfälscher stehen in Verdacht, bei dem renommierten Weingut Egon Müller-Scharzhof eingebrochen zu sein und Etiketten entwendet zu haben. Betroffen sind demnach Etiketten hochwertiger Weine, die bereits mit laufenden Flaschennummern versehen waren. Das Weingut befürchtet nun, dass Fälscher die Originaletiketten auf nachgemachte Weine anbringen könnten – wodurch die Fälschungen äußerlich fast nicht von den Originalen zu unterscheiden wären. Das betroffene Weingut befürchtet gar, dass bereits gefälschte Weine mit den entwendeten Etiketten im Umlauf sind. Um Kunden zu helfen, mögliche Fälschungen zu entdecken, kommuniziert der Hersteller nun öffentlich die Flaschennummern der gestohlenen Etiketten.

Jeder zehnte Tierhalter fürchtet, Fälschungen gekauft zu haben

Die Umfrage unter 2.000 Tierhaltern zeigte, dass rund zehn Prozent glauben, in der Vergangenheit bereits auf gefälschte Medikamente hereingefallen zu sein. Zudem gaben fast 90 Prozent der Befragten an, Medikamente über Websites gekauft zu haben, über die mutmaßlich auch Fälschungen gehandelt werden, darunter etwa Ebay und Wish. Mehr als sechs von zehn Teilnehmern (62 Prozent) gab zu, nicht zwischen originalen und gefälschten Medikamenten unterscheiden zu können, so der Hersteller Bayer Animal Health, der kürzlich von dem amerikanischen Unternehmen Elanco übernommen wurde.

Die Umfrage wurde unter Tierhaltern in Großbritannien durchgeführt, die zwischen Juli 2019 und Juli 2020 Produkte zur Parasitenbehandlung gekauft hatten. Den Angaben zufolge handle es sich jedoch um ein weltweites Problem. Die Befragung folgt dementsprechend auch auf eine Beschlagnahmung gefälschter und potentiell gefährlicher Flohhalsbänder in Philadelphia, die von China und Hong Kong in die Vereinigten Staaten eingeführt werden sollten.

Der Hersteller betonte, dass gefälschte Medikamente ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko für Haustiere und Besitzer darstellen können. Entsprechen seien viele von den Käufern, die sich betrogen fühlten, entweder verunsichert (42 Prozent) oder verärgert (38 Prozent). Der Hersteller rät Tierhaltern, beim Kauf von Medikamenten auf Anzeichen von Fälschungen zu achten, darunter etwa Inkonsistenzen in der Verpackung und dem Design, unüblich niedrige Preisen und Produkte, die aus dem Ausland versendet werden.

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